– Zwei Ausstellungen und eine Vernissage


Eine kleine Gruppe – allesamt die Stammbesucher unseres Ateliers – hat sich neulich zusammengetan und, mit dem Atelierhausmeister am Board, einen Ausflug nach Karlsruhe gemacht. Denn die Ausstellung “Cézanne Metamorphosen” in der Staatlichen Kunsthalle ist bald – am 11.02. – zu Ende. Die Ausstellung war recht gut besucht, aber wir konnten uns mühelos einen Platz vor den Bildern erobern.
Nun, was hat dieser Maler-Autodidakt so toll gemacht, dass immer noch alle Welt dorthin pilgert, wo seine Bilder zu sehen sind? Wir haben uns ein paar Werke genau unter die Lupe genommen, was uns einen großen Genuss bereitet hat.  Nicht selten allerdings wird mancher Ausstellungsbesucher enttäuscht, denn zunächst sieht er auf seinen Leinwänden laute vertraute Farb– und Formgebungen, nichts scheint in seinen Bildern ungewöhnlich oder besonders zu sein … Und genau das ist es, was man beachten muss! – dieser Künstler hat die Malerei so maßgeblich beeinflusst, dass seine bildnerische Sprache und sein künstlerisches “Konzept” heute “normal” und unspektakular wirken. Für uns bedeutet dies, dass wir – wollen wir seine Kunst wirklich verstehen – auch den Kontext ihrer Entstehung berücksichtigen müssen.  Hier ist sicher kein geeigneter Ort, um mehr als ein paar Stichwörter darüber zu sagen, zumal wir über Cézanne schon berichtet und sogar eine Buchempfehlung gegeben haben. Wir können aber das Phänomen “Cézanne” im nächsten Semester gern detaillierter behandeln.

Den Raucher haben wir uns ganz genau angeschaut. Der Raum wirkt flach, das Volumen – oder besser gesagt das räumliche Fassungsvermögen der stark reduzierten, kubistisch anmutenden Formen dagegen, scheint vor Fülle zu platzen … Auch die Arbeitsweise des Künstlers haben wir zu enträtseln versucht. Dafür gab es genug Hinweise; die linke, skizzenhaft gemalte Hand und die rechte, wohlgeformte; Stofffalten, die sich in luftige Pinselstriche aufzulösen, kleine Farbnotizen und schnelle Korrekturen an der Figur und im Hintergrund …
Else, Sabine, Ulla, Karl – der uns freundlicherweise mit seiner Autolimousine nach Karlsruhe gefahren hat – und der Atelierhausmeister … Auf dem Weg zurück nach Stuttgart haben wir noch den Kloster Maulbronn besucht und uns dort eine Führung gegönnt. (Darüber ein anderes Mal mehr).

Gleich am nächsten Tag besuchte ich mit Jutta die Ausstellung vom leider jung verstorbenen amerikanischen Künstler Patrick Angus im Kunstmuseum. Zu sehn war ein Patchwork aus anfänglichen Probearbeiten und späteren genauen bildnerischen Beobachtungen seiner unmittelbaren Umgebung. Porträts, Akt- und Figurenzeichnungen, Landschaftsbilder und schonungslose Berichterstattungen aus den Bars, Klubs und Vergnügungsstätten der New-Yorker Gay-Szene … Die Ausstellung ist noch bis 08. April zu sehen!
In der “Posenwelt” des Künstlers …

Am Schluss möchte ich euch auf eine Vernissage aufmerksam machen. Bei der Gruppenausstellung FreiZeichen macht eine langjährige Malerin unseres Ateliers Jo Schöffend mit, die jetzt nicht nur wunderbare Kunst macht, sonder auch selbst unterrichtet! Hier könnt ihr mehr über Jo erfahren.  Ich würde mich freuen, auch bei der Vernissage zu sehen!

FreiZeichen
Eröffnung: Do., 8. Februar 2018
19.00 Uhr im Foyer
Landratsamt Ludwigsburg
Hindenburgstraße 40

Mehr Infos über die Ausstellung HIER.


Ein Bild von Jo – Der Weg ist das Ziel-4, Mischtechnik, 40×40 cm

 


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2 Gedanken zu „– Zwei Ausstellungen und eine Vernissage“

  1. Ihr lieben MuseumsbesucherInnen,
    morgen fahre ich zum 2.Mal nach Karlsruhe mit einer Freundin, der ich die Reise zum Geburtstag schenke. Es gefällt mir, dass Ihr Euch die Details angeschaut und fotografiert habt. Wir werden morgen wieder an einer Führung teilnehmen, weil ich beim ersten Mal daraus viel gewonnen habe, auch das Schauen auf Details, z.B. wenn Landschaften oder Stilleben in abstrakte Formen übergehen…
    Auch Patrick Angus hat mich zwei mal schon bei einem Gang durch die Stockwerke beeindruckt. Besonders seine Portraits!
    Bis bald im Atelie!

  2. Seit meinem Abi bin ich süchtig nach Cezanne… durch ihn habe ich eine Faszination für Stillleben entwickelt, ich kann stundenlang Cezannes Äpfel anschauen. Und trotzdem bin ich ihm noch nicht auf die Schliche gekommen, irgendwas an seinen Bildern entschlüpft mir immer wieder 🙂
    In der Karlsruher Ausstellung waren es aber vor allem die Landschaftsbilder die mir “nachgelaufen” sind, ganz speziell die Estaque-Bucht mit dem Pinienrahmen, so gesehen fühlt es sich in der Erinnerung nicht an wie ein winterlicher Ausflug nach Karlsruhe, sondern wie eine Reise in die Hitze-summende und Licht-duftende Provence 🙂
    Habe daraufhin “Cezannes Briefe” gelesen… wunderbar belangloses Geplauder und kindisches Albern mit Freunden…Cezanne war offenbar einfach ein Mensch, der malen musste! Ich bin so dankbar, dass sich uns diese Gelegenheiten bieten in seine Bilder zu tauchen.

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