Ein Atelier ist nicht nur ein Arbeitsraum, in dem ein.e Künstler.in ihre Kunstwerke fertigt, sondern auch ein ruhiger Schutzraum, in dem wir eine Utopie der Kreativität leben können! Denn die Kunst entsteht zwar aus dem Leben heraus, doch ausleben kann man sie nur dann, wenn man sich auch zurückziehen kann und sich, in der Atmosphäre einer stillen Freiheit, ganz der Welt der Farben und Formen widmen darf. Die meisten Besucher unseres Ateliers – und meiner Kurse bei der vhs stuttgart – kommen allein aus diesem Grund.
Doch warum „Utopie“ der Kreativität? Weil wir in der Kunst die Welt der Fantasie nie vollständig verlassen können! Es bleibt immer ein nicht ausgedruckter Rest, der unsere Werke offen und lebendig lässt.
Nächste Woche enden unsere Abendkurse und, mit dem Sommerkurs auf der Ökostation im August (Anmeldungen aktuell nur auf der Warteliste möglich), endet auch das erste Semester. In ein paar Tagen werde ich meine Termine für das Herbstsemester hier im Blog veröffentlichen.
Die Werke von drei Künstler*innen aus unserem Atelier – Christina, Janka und Walter – wurden neulich im Kunstforum Renningen ausgestellt! Die Gruppenausstellung des Vereins findet zweijährig in der Stadionsporthalle in Renningen statt und erfreut sich stets großer Beliebtheit.
Es ist immer etwas ganz Besonderes, wenn die Bilder das Atelier verlassen und einen so tollen Zugang zum Publikum bekommen! Denn unsere virtuellen Ausstellungen vermitteln nur einen sehr begrenzten Eindruck von einem Kunstwerk. Ausserdem: Eigene Werke zu veröffentlichen, ist immer eine besondere Gelegenheit, die eigene künstlerische Position zu klären, genau hinzuschauen und vielle „faulen Kompromisse“ zu erkennen – denn, wenn die Werke hängen, gibt es kein Zurück mehr!
Auch darüber kann man sich übrigens in unserem Atelier gern beraten lassen und – sehr wichtig! – das erste Feedback von anderen Atelierbesuchern bekommen! Denn das ist ein wirklich spannendes Thema: Was ist eigentlich eine Ausstellung, seit wann gibt es sie historisch und welche geselschaftliche Funktionen hat sie bis heute gehabt? Auch ganz praktische Fragen sind sehr interessant: Wie geht man bei der Präsentation der Werke (professionell) vor, wie behandelt man die Ausstellungsflächen einer Galerie, wie funktioniert die Raumgliederung durch Bilder und Bildserien … Kurz gesagt: Wie „erzählt“ man eine leicht lesbare bildnerische Geschichte?
Eine der meistgestellten – und auch eine der wichtigsten – Fragen in unserem Atelier lautet
Wann ist ein BILD fertig?
Bei diesem spannenden Thema reden wir meistens von einem »Gefühl« oder von einer »Intuition«. Doch das reicht nicht aus. Was wir brauchen, ist eine geschulte bildnerische Wahrnehmung. Da sie bei jedem, der Malerei liebt, schon vorhanden ist, lässt sie sich gut ausbilden. Wir haben keine Schwierigkeiten, ein Gemälde in einem Atelier, einem Museum oder einer Galerie als „fertig“ zu sehen. Doch vor seiner Staffelei braucht man mehr Zeit – und mehr Erfahrung, bis man in der Lage ist, den Pinsel rechtzeitig beiseitezulegen. Denn ohne es zu wollen, überschreitet man eine „verschleierte“ Grenze – und ruiniert sein Bild …
Eine bekannte Methode, die bildnerische Wahrnehmung zu verfeinern, ist es, die Arbeit an seinem Bild immer wieder zu unterbrechen und es für ein paar Augenblicke einfach zu beobachten. Auch eine längere Pause kann sehr hilfreich sein. Man soll es sich dabei nach Möglichkeit gemütlich machen, sich einen Tee oder einen Kaffee machen, einen Stuhl ein paar Schritte vor der Staffelei stellen und den Blick – ohne Urteil, ohne Wertung – über das Bild wandern lassen. Oft merkt man dabei, wie gute Gestaltungsmöglichkeiten fast verspielt wären, und zwar nur, weil man zu schnell gearbeitet hat. Durch solche, entspannte Beobachtung eigener Arbeit – gern auch in der Gesellschaft eines Künstlerkollegen oder Dozenten – nimmt man viel leichter wahr, was das Bild eigentlich noch braucht und wie sich eine »Idee« am besten ausdrucken lässt. … Wenn man trozdem nicht weiterkommt, soll man das Bild zur Seite legen und es einige Tage nicht betrachten!
Seine eigene Arbeit betrachten zu lernen, bedeutet Malerei zu studieren.
Das Hauptstudium der Malerei an einer Kunsthochschule besteht aus nur drei Tätigkeiten; Malen, Beobachten und natürlich Austausch mit anderen Künstlern. Denn nur so lernt man, wie sich eine Bildidee im Prozess herausbildet und welchen Weg man künstlerisch gehen soll, um eigene Malereizu entwickeln. Nach einiger Zeit stellt sich eine wohltuende Sicherheit bei der Gestaltung ein und ein tolles Gefühl der Freiheit – die inneren Hemmungen sind abgebaut und man ist Herr seiner Kunst!
>>> „Wann ist ein Bild fertig?“ wird ein Zusatzthema in dem Workshop „Im Flow der Malerei“ am kommenden Wochenende sein ____ >>Anmeldung und weitere Infos HIER
In Kurs „Im Flow der Malerei“ wollen wir die Entspannung, das Loslassen und die Kunst in einem kreativen Prozess produktiv zusammen bringen. Unser Ziel ist es, durch Experiment und künstlerische Beobachtung eigene Bildideen zu entwickeln. Dabei verwenden wir zahlreiche Maltechniken, lernen ausdrucksvolle Farbstimmungen zu kreieren sowie die Kunst, Flächen und Formen in spannungsreiche Bildkompositionen zu bringen.
Will man beim Malen den Kopf frei machen und doch eindrucksvolle Kunstwerke schaffen, soll man den Zufall ins Atelier einladen! Ohne ihn, wird die Kunst nie zum Spiel – und, ohne zu spielen, entsteht selten etwas neues. Deswegen haben wir am nächsten Wochenende vor, unser Atelier in ein buntes Kunst-Casinozu verwandeln! Wir wollen die Farben fließen und die Formen wuchern lassen – alles nach lustigen Regeln des Zufalls!
Farbe-Fläche-Experiment, Kurs am Wochenende 07.+08. März >> AnmeldungHier
Alles, was wir über die Farbgebung wissen müssen, lässt sich mit nur einem Wort bezeichnen – Atmosphäre. Denn die bildnerische Aussagekraft einer Form, einer Fläche hängt entscheidend von deren Farbgestaltung ab. Auch die Raumgebung besteht zum größten Teil aus Farbwirkung einzelner Flächen.
Dieses faszinierende Thema stand neulich im Fokus unseres Workshops „Malerei neu entdecken und vertiefen“… Wie stellt man „nicht mischbare“ Farbtöne her, wie lässt sich die Plastizität der Formen erhöhen, wie geht man mit Farbgrundierung vor …? Auch im neuen Semester werden wir uns mit diesen Fragen beschäftigen. Nächste Woche starten unsere Abendkurse – ich freue mich auf euch!
2025 war – zumindest in unserem Atelier – ein lustiges und buntes Jahr! Wir haben viele angenehme, inspirierende und lustige Abende und Tage zusammen verbracht.Ich bedanke mich herzlich bei allen Atelierbesuchern für ihre Teilnahme an meinen Kursen und Workshops. Jeden Abend und jedes Wochenende mit euch waren für mich ein Genuss!
Für das neue Jahr 2026 wünsche ich euch Glück und Gesundheit, viel Liebe und Inspiration – und eine tolle, bunte Silvesterparty!
Passieren wir jetzt unsere jährliche Bilderrevue! – holt euch ein Glas Sekt, setzt euch gemütlich aufs Sofa und genießt die größte Online-Kunstshow des Jahres 2025!