Die Farben tragen Jeans

Wir haben schon oft erfahren, dass man im Gestaltungsprozess die Acrylfarbe auch als Klebstoff verwenden kann: Sie klebt alle Materialien, die eine gewisse Saugfähigkeit aufweisen, z. B. Papier, Holz, Sägespäne, Textil und sogar kleine Partikel wie Sand … Wie eindrucksvoll solche collagierte Bilder sein können, hat neulich Simone bewiesen. In ihren wunderbaren Pop-Art-Bildern hat sie ihr Motiv, die Bergen, mit Jeansstoff gestaltet! Die Textur, die Faltungen des Jeansstoffes geben den Werken eine lustige, humorvolle Wendung und viele zusätzliche Deutungsebenen


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Puzzlestücke der Malerei

Eine wahre Seltenheit in unserem Atelier ist künstlerische Leidenschaft für das Genaue und Präzise. Doch neulich hatten wir gleich zwei solche Künstler, die so arbeiten. Es handelt sich dabei um eine formexakte Gestaltung, bei der das handwerkliche Können nicht nur sofort sichtbar wird, sondern auch als ein fester Bestandteil einer künstlerischen Aussage fungiert!

Über die Mosaikkunst von Frauke haben wir schon berichtet (hier). Ihr neues Werk, das wir hier zeigen möchten, hat sie neulich in unserem Atelier entworfen. … Immer wieder fasziniert – das handwerkliche Vorgehen und der sorgsame Bildaufbau, der tatsächlich an Puzzlespiel erinnert.

Der zweite Künstler, den wir in diesem Kontext zeigen wollen, ist ebenso ein Meister einer in ihrer Wirkung sehr ähnlich “exakten” Kunst – der Maler Michael Gajek. Es ist beinahe unheimlich, wie präzise und doch spielerisch er seine Formen gestaltet! Wir stellen hier eine (kleine) Auswahl aus einer Bildserie vor.


Ein Meisterwerk von Frauke

Detail …

Hier die verspielte Geometrie von Michael … (beachtet die Präzision der Pinselstriche!!)

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Hinter der Kulissen der Malerei


Wir lieben zwar die Lichter der Bühne und erfreuen uns des Schauspieles, aber nur eine Backstage-Führung kann uns das volle Bild des Theaterzaubers geben! Denn hinter den Kulissen begegnen wir die wundersamen Trickkisten der Schaukunst; die verborgene Apparatur, die Konstruktion, das Seilwerk, die Lichtwerfer, die Kostümzimmer, Schmikräume und die Garderobe …

Am vergangenen Wochenende im Kurs “Die Grundsprache der Malerei” dürften wir ähnliches sehen – Ulla hat uns einen Blick hinter den Kulissen ihrer Malerei erlaubt!


Fotos, Farbflecken, Formproben, Collage – Experimente und Entwürfe im Kleinformat – die bildnerische Erzählung gewinnt ihre erste Kontur!
Womit haben wir hier eigentlich zu tun, müsste sich die Künstlerin gefragt haben, als sie sich die Farbpracht auf der Fotografie – die sie in Havanna aufgenommen hat – anschaute … Die wolkige Farbstreifen sorgen für die Klarheit über die Farbe, denn das Foto ist nur eine Folie für eine tiefere Beschäftigung mit der geheimen Macht der Farben! …
Nun ist man so weit! Die ersten Puzzlestücke des neuen Bildes haben ihren Platz auf der Leinwand gefunden!
Die Vorbereitung; die Farbstudien und die Kompositionsentwürfe haben die komplexe Arbeit nun zum Spiel gemacht! Die Ausdauerkraft und Konzentration bei der Gestaltung sind längst Routine geworden …
Am Sonntag war das wunderschöne Gemälde fertig! Gratulation!

Eine neue Suche beginnt …!
… Und setzt sich spiellustig fort …!
Die Skizzen liegen beiseite – jetzt fängt die eigentliche, breitflächige Erzählung an!
Das Bild ist noch nicht fertig, aber die Farbstimmung und die Formkomposition sind festgelegt! Die Fortsetzung folgt nächste Woche im Workshop “Farbe-Fläche-Experiment” !!

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Üppige Bilder, schlanke Formate

 


Im Künstlerbedarfsladen stehen oft schmale Leinwände günstig im Angebot. Man greift zu und dann … Dann stellt man fest, dass es gar nicht so einfach ist, darauf ein “vernünftiges” Bild zu malen! Scheuen wir uns heute vier exemplarische Bilder an, die auf solchen, sehr schmalen Formaten gemalt und doch wunderbar gelungen sind!  Die Künstlerinnen sind Vorzeigetalenten auf diesem Gebiet – Frauke und Christiane!


 

Eine atmosphärisch vollendete, “dunkle Erzählung” von Frauke! Was glüht hier nach, was schmilzt, was verlässt uns und was ist gerade dabei, zu entstehen? Extrem lange – oder hohe – Formate bespielt Frauke mit Leichtigkeit!
Auch als kleine “Filmrolle” funktioniert ein schlankes Format hervorragend! … Zarte bildnerische Schriftzüge in der Form lebendiger Linien; lustige Formvorschläge und abstrakt verwischte Ahnungen.
Christiane ist eine weitere Schmalformat-Spezialistin! Und darüber hinaus noch viel mehr: ihre Bilder sind Lehrstücke für eine lebendige expressive bildnerische Ordnung! Vor allem das Phänomen “Bild-als-Ausschnitt” kann man hier wunderbar studieren.

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Die Kunst des Kunstmachens


Julia als Serien-Junkie
Ein Beitrag von Julia L.


Ich liebe meine dicke Rolle Flies-Tapete! Seit ich sie besitze, bin ich völlig frei vom Druck ein Endziel zu erreichen. Seither gehe ich in Serie mit allem was ich male. Zum einen, weil mir nie so recht etwas einfallen will, das sich als Einzel-Bild zu verwirklichen lohnt und zum anderen, weil Željko sagt, das sei gut für uns – und er hat, wie immer, recht damit!



Schon im Sommerkurs habe ich es nicht über den Baum am Eingang der Ökostation hinaus geschafft. Ich habe ihn Stück für Stück erobert und zerlegt und wieder neu zusammengebaut. Zunächst mit Bleistift-Skizzen, dann in schwarz-weiß, um das Formgebende Hell-Dunkel zu verstehen und langsam dann in Farbe. Schritt für Schritt ist mir das Prinzip „Baum“ klarer geworden. Und je klarer es war, desto gröber, lockerer, einfacher konnte ich den Baum darstellen wie ich es wollte. Ich war überglücklich – auch wenn ich am Ende der Maltage wieder kein Oeuvre sondern ausschließlich gerollte Skizzen-Tapeten mit heim genommen habe.






Im nächsten Workshop vor ein paar Wochen hat Željko eine neue Technik gezeigt – die Monotypie. Diesmal teilte ich meine Tapete in einzelne Bereiche auf, um einen Druck neben den anderen zu setzen – fest entschlossen wieder ein Serienerlebnis zu wagen.


Erst nach dem neunten Druck war das Druckergebnis von mir steuerbar, natürlich noch mit reichlich Zufall gespickt, was ja eben den Reiz der Monotypie ausmacht, aber schon gelenkt mit beabsichtigten Effekten.

Auf einer Transparentfolie wird eine Form aus der Vorlage abgebildet (“kopiert”) …
… dann legt man die Folie auf die entsprechende Fläche auf dem Bild …,
… druckt ein wenig und die Form ist als Monotypie, bzw. Druckgrafik auf dem Bild!
Die “Druckfehler” sind hier durchaus gewollt – es ist ein Spiel mit der Ungenauigkeit und Zufall, das eine Form erfrischt und die Arbeit inspiriert.
Wenn ich so hypnotisch in Serie gehe, kann ich gar nicht schnell genug arbeiten, um den spannenden Weg und die Entwicklung im Arbeiten zu erleben, zwei Tage reichen bei weitem nicht aus! Bei nächster Gelegenheit habe ich das neu entdeckte Druckverfahren genutzt, um Körper in Serie über meine Tapete tanzen zu lassen. Die Bewegungen der Figuren füllen sich eben durch den gesteuerten Fehler mit Leben – aufgeschwemmte Farbkleckse formen einen runden Po – ausgedünnte schwache Drucklinien deuten schnelle Bewegung an – hier ist das Ende der Experimente nicht in Sicht und trotzdem schaue ich das Ergebnis schon gerne an.


Obwohl als eine “Hilfstechnik” gedacht – die Formexperimente öffnen viel Spielraum für bildnerische Erzählungen …!


Was passiert beim Serien-Malen? Der Lerneffekt ist unvermeidbar!
Wer sich in Serie begibt erfährt den lang gespannten Bogen zwischen Loslassen, Zulassen, Zuschauen, Aufgeben, Entdecken, Zügeln, Aneignen. Ein anstrengender aber zugleich faszinierender Vorgang. Dabei entsteht ein Dialog mit sich selbst: Handeln und Erleben, Vorschlag und Antwort, Wirken und Betrachten – in immer wiederkehrenden Zyklen. Durch diesen Prozess schält sich das Wesentliche heraus. Das Handwerkliche rutscht in die Selbstverständlichkeit und macht dem Bildnerischen Platz. Die eigene Gestaltungsidee wird immer klarer und am Ende vielleicht so einfach, dass mit wenigen Strichen das von Željko oft ausgerufene „ein Meisterwerk!“ gelingt – so jedenfalls meine Hoffnung.






Noch habe ich den Schritt von der Skizze zum Bild nicht gewagt – ich verharre einfach allzu gerne in diesem freien, ambivalenten und fordernden Schwebezustand der Serien. Meine Tapeten-Rolle ist dick genug um weiter zu machen, und weiter und nochmal und immer wieder weiter …

 

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Wer hat Angst vor weißer Leinwand? (Teil 1)

Wer Angst vor weißer Leinwand hat, soll sie doch farbig bemalen – so einfach ist das! Wo liegt bitteschön das Problem?!
Spaß beiseite – hat da draußen tatsächlich noch jemand Angst von einer leeren Leinwand? Stellt sich noch jemand die Fragen:   Wie soll ich anfangen, was soll ich malen? Am vergangenen Wochenende haben wir solche Fragen hinter uns gelassen und einen entscheidenden Schritt zur Bewältigung aller hemmenden Situationen beim Malen getan – der Angst vor leerem Blatt haben wir den letzten Schlag verpasst!
Unser Vorhaben war, im Kleinformat der Skizze durch Farb- und Formspiele eine klare bildnerische Sprache zu finden. Schon am Samstag war unser Ideen-Füllhorn randvoll!

P.S. Dass wir viel Spaß miteinander hatten, vorzüglich gegessen und auch viel Quatsch gemacht haben, muss nicht besonders betont werden – denn die vorherrschene Philosophie in unserem Atelier lautet bekanntlich: die Freude am Malen = die Freude am Leben!

Fortsetzung folgt …


 

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