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Am Anfang war der Flow

Woher kommen die Bilder, wenn man keinen Plan beim Malen hat und einfach darauflos anfängt? Eine Frage, die man leicht zu beantworten glaubt. Man redet dabei oft über die sog. inneren Bilder, die in einem dunklen Bereich unseres Geistes so lange schlummern, bis sich eine Gelegenheit ergibt, sie sichtbar zu machen.

Als „Kunstpraktiker“ wissen wir, dass es sich hierbei um eine angeborene Spiellust handelt, die nur eine freie, offene Spielwiese braucht, um die Pinselstriche frei über die Leinwand tanzen lassen zu können! Ein Farbfeld folgt das andere und allmählich entstehen wunderbare bildnerische Erzählungen. Zum Arbeitsprozess in unserem Atelier gehören dazu auch Bildbesprechungen, die eigentlich nur bewusst eingebaute Pause sind – mit dem einzigen Ziel, die volle, tiefe Wirkung der Farben und Formen wahrzunehmen!

Hier ein paar Beispiele.


Wo in diesem Bild von Cristina war der „Anfang“? … Das ist hier die falsche Frage – am Anfang war der Flow!
Was hier fließt, sind nicht die Farben, sondern reinste Gefühle …
… Fantastische Leuchter wie aus der Tiefsee!
Hier denkt man sich: So viel Zufall kann nicht gewollt sein!
Hier ein Bild von Korleone … Auch hier: wo war das Bild, bevor man sie gemalt hat? Nirgendwo – es wurde einfach ent-wickelt!
Und diese Vase, dieser Stuhl …? Aus eine Laune des Zufalls geboren!
Ein Wald, ein See …? Ja, aber vor allem eine prächtige Tanzbühne für die Farben und Flächen!

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Winterakademie 2022

Nachdem sie zweimal ausfallen müsste, fand am vergangenen Wochenende diesjährige Winterakademie statt. Der Kurs hatte kein Thema, die Fantasie keine Grenzen! Unser einziges Vorhaben – ausdrucksvolle, starke bildnerische Geschichten zu erzählen!

Von der Arbeitsatmosphäre und der Stimmung im Atelier muss ich nicht berichten, das erledigen unsere Bilder selbst …


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Hundert Freuden


Neulich im unseren Atelier müsste ich an die polnische Dichterin Wisława Szymborska und den Titel ihres Gedichtbandes „Hundert Freuden“ denken. Denn auch wir haben am Wochenende unsere hundert bildnerische Freuden gehabt und unsere hundert Farbgedichte mit genau gleicher Fröhlichkeit gemalt! Bevor ich euch nun unsere Werke zeige, möchte ich euch das kleine Buch ans Herz legen (es ist ohnehin schon sehr lange her, als ich euch letztes Mal ein Buch vorgeschlagen habe).

Das kleine Heft mit diesem wunderbaren Titel steht oft sonntags – wie auch heute Morgen – auf unserem Frühstückstisch. Meine Frau und ich lesen uns dann 2-3 Gedichten der berühmten Dichterin gegenseitig vor. Danach kann garantiert nichts mehr schiefgehen mit einem schönen Sonntag! Szymborska hat ihr Nobelpreis (1996), meiner Meinung nach, in Wahrheit für eine unerschrockene und unerbittliche Verbreitung von Fröhlichkeit bekommen.

Hier ein paar Zeilen aus dem Gedicht „Vermeer“

Solange diese Frau aus dem Rijksmuseum
in der gemalten Stille und Andacht
Tag für Tag Milch
aus dem Krug in die Schüssel gießt,
verdient die Welt
keinen Weltuntergang.

* Gemeint ist hier das Ölgemälde „Dienstmagd mit Milchkrug“ von Jan Vermeer, 1658 bis 1660


Das kleine Buch steht bei mir zu Hause nicht im Bücherregal, sondern auf meinem Arbeitstisch.

Nun zu unseren Werken und unserer gemalten Poesie …!

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Schöne Landschaften

Ich bin euch noch ein paar schöne Landschaften schuldig geblieben – Erika und Gabi haben sie im letzten Semester gemalt! Während Gabi sie mit dem Schwung der Skizze gemacht hat, malt sie Erika mit der Intensität einer Studie! Wunderbar gelungene Werke! … (Auf die neuen im nächsten Semester freue ich mich schon!)


Alles schwebt und ist doch fest im Raum des Bildes verankert … Die Formen wirken infolge der verwendeten Mischtechnik von Gabi plastisch und leicht zugleich!
Wie leicht gelingt die Metamorphose der Formen, während die Atmosphäre gleich bleibt …
Mit mehr Mut würfelt sich der Raum in die Tiefe!
Und dann – ein Aufstand der Formen, sie wollen wohl mehr Mitspracherecht!
Ganz anders bei Erika – man hört die Naturgewalt förmlich! Weniger eine wilde Natur als gekonnt gezähmte Kraft der Farben, ist hier der Inhalt …
Kaum merkt man es gleich – hier gibt es nur ein paar Raumandeutungen! Alles andere ist die Raumwirkung der Farbatmosphäre.

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Kunst am Wochenende

Die Tische sind voll Skizzen, überall liegen Farben, Pinsel, Spachtel und Stifte, auf dem Boden breiten sich Farbproben und Bildentwürfe aus. Man bewegt sich im bunten Gewühl des Ateliers wie ein Forscher im dichten Gestrüpp eines fantastischen Urwalds. Der einzige, der nicht malt, bin ich … Natürlich besprechen wir oft die Bilder, ich helfe hier und da, eine technische Lösung zu finden, aber am liebsten beobachte ich im stillen Vergnügen, wie um mich herum die Kunstwerke entstehen.

Leider vergesse ich viel zu oft, die Zwischenstufen einer Bildentwicklung fotografisch zu dokumentieren. So gehen viele flüchtige Farbstimmungen und geheimnisvolle Form-Andeutungen leider verloren … Hier ein paar „Nahaufnahmen“ und Bilder von der Arbeitsatmosphäre unseres Workshops „Farbe-Fläche-Experiment“ … – In zwei Wochen sehen wir uns am gleichen Ort und zur gleichen Zeit wieder!


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Wenn die Farben von Bildern träumen

Heute möchte ich euch ein paar bildnerische Stadtszenen – im Zustand der Skizze – von Eberhard zeigen, die wunderbar zeigen, wie man Inhalt in einer Skizze „komprimieren“ kann und wie man eine komplexe Raumdarstellung andeuten kann. Doch zunächst eine Terminkorrektur bezüglich Anmeldung für die Kurse im nächsten Semester:

ANMELDESTART  ist am 12. Januar!   Ich freue mich sehr auf die neuen Kurse mit euch! (Die einzelnen Kurstermine könnt ihr hier ansehen)


„Eine plötzliche Erinnerung“, könnte diese wunderbare Skizze heißen. Wer kennt die Situation nicht – im Bruchteil einer Sekunde ist alles wieder da: Ein kurzer Blick und eine Skizze der Vergangenheit taucht auf …
Der Raum ist schnell da, die Farben haben schon die leerstehende Formen besetzt …
Die Straße ist farbig saniert, fröhlich weht der Pinselwind und singt uns einen bunten Raum vor!
Eine weitere Szene, in der alles schon da ist – ohne die leuchtende Leere des Raumes stören zu wollen …
Aber die Farben wollen auch mitreden! … Diese kleine und so wunderbar unaufgeregte Straßenszene ist wie eine poetische Postkarte aus dem Tagebuch einer schönen Urlaubsreise …
Hier zeigen die Farben alles, was sie vom niedrigen Licht der Wintersonne gelernt haben. … Diese Skizze lädt zu einem tiefen Atemzug ein – man will auch die Farbaromen des Bildes erleben!

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