Aufwärmbilder zum Sommerbeginn


Der Sommerbeginn sieht zwar nicht nach Sommer aus, aber wir lassen uns die Laune nicht verderben – hier ein paar “Aufwärmbilder” aus unserer Atelierproduktion. Sie sind allesamt in den Abendkursen des letzten Semesters entstanden und sind – muss man das sagen? – kleine Meisterwerke der Acrylmalerei!


 

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Tagebuch eines Zeichners


Im sommerlichen Zirkus der Linien

Viele Urlauber haben die Insel (Krk) schon verlassen, die Hitze dagegen ist geblieben. Aber wen juckt es?! Denn man ist hier vom Meer umgeben! Die blaue Tiefe des Raumes scheint hier, auch Hitze verschlucken zu können … Es reicht für ein paar Augenblicke die Möwen auf ihrem Flug über das Meer zu beobachten und schon erscheint im Geist eine schöne und durchaus kühle Gedanke “alles ist gut …”
Und es gibt Straßencafés! In einem von ihnen gibt es ein paar Tische unter der üppigen Baumkrone einer Inseleiche, die als einzige im Ort einen einigermaßen kühlen Schatten zu spenden vermag. Dort, eine sanfte Meeresbrise im Haar, sitz euer Atelierhausmeister, trinkt Kaffee und vergeht sich zeichnerisch an den ahnungslosen Gästen und Flaneuren um ihn herum.
Die Touristen geben zwar ein lustiges, buntes Bild des Sommers ab, aber seine Vorliebe gilt den Einheimischen! Sie sammeln sich praktischerweise in ihrer Stammkneipe direkt gegenüber, sodass er sie bequem und unbeobachtet beobachten kann.  Nur die Kellnerin beugt sich manchmal unauffällig über seine Schulter und schaut ihm beim Zeichnen zu. Sie verrät sich mit einem lauten Seufzer, wenn sich die porträtierende Person plötzlich umdreht und die Zeichnung deswegen unvollendet bleiben muss.  Dem Atelierhausmeister macht dies nichts aus, er sucht sich einfach ein neues Beobachtungsobjekt aus, denn im Zirkus seiner Linien zählt nur die Artistik der genauen Beobachtung. Ob vollendet oder fragmentarisch – die Skizze speichert das Leben, solange es beobachtet wird!
Und die Inselmenschen? Selbst wenn sie den Künstler bemerken, kümmern sie sich nicht um sein Geschäft. Für sie ist auch er bloß ein weiterer Fremder vom Festland, d. h. nur eine flüchtige Erscheinung des Sommers, ein Gespenst, eine sommerliche Fata Morgana, die jeglicher Wirklichkeit entbehrt.  Eine solche Haltung ist berechtigt. Bald wird hier gruselig leer sein. Der Ort, in dem 15 000 Touristen wohnen können, schrumpft im Herbst auf 1800 Einwohnern zurück und gibt eine traurige, deprimierende Kulisse der Verlassenheit ab …


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Die Entstehungsgeschichte des Sommers

Wie ist eigentlich der Sommer entstanden, wer hat seine Farben gemischt, wer seine Temperatur bestimmt? Hier eine kleine Entstehungsgeschichte des Sommers aus unserer Werkstatt.


Franz sieht den Sommer mit dem Wind kommen, sein Bild “Lichtfahnen” zeigt die festliche Parade der Sommerfarben … Die Formen sind stark und zugleich “geschmeidig” und biegsam, wie die Körper von jungen Athleten.

Aus der Werkstatt des Sommerschmieds könnte das wunderbare Bild von Sabine heißen – flammende Farben und schmelzende, von Hitze und Licht gefaltete Formen … Das Bild ist zwei Semester alt und wurde am letzten Kursabend im Juni fertig.

Die Farben auf dem Bild von Astrid vibrieren und sprudeln als wollen sie eine ganz neue, noch nie gesehne Welt erschaffen! Bunte Geologieschichten formen eine prächtige Sommerlandschaft aus bunt-glühendem Licht und reiner Lebenskraft.

Ähnlich, aber ganz im Spiel vertieft, hat auch Angelika ihre Entstehungsgeschichte des Sommers gemalt. Der Sommer ist hier ein dachloser Tanztempel!

Der Fluss von Jutta hat mehr Lust zu tanzen, als zu fließen. Seine Tanzpartner scheint die Sonne höchstpersönlich zu sein!

Jacqueline hat den Sommer im kühlen Seewasser sich spiegeln lassen – eine wunderbare Idee, die uns frisch macht!

Der rote Tempeldiener von Jutta ist zwar noch nicht fertig, aber sein flammendes Gesicht wirkt jetzt schon wie eine glänzende Ritualmaske des Sommers!

Frauke malt uns einen gezähmten, im Spiel mit Farben und Linien vertieften Sommer. Ihre kleinformatigen Bilder sind in Wahrheit wunderschöne Fragmente einer unendlichen Erzählung aus dem Buch des Kunstspieles!

Else hat dem Sommer eine neue Architektur gegeben! Wuchtiges Farbgebilde und lustige Bauten; Zimmer, Terrassen, Treppenhäuser, Unterführungen, Gänge und Korridore aus Schraffur und Linie!


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I dream in colors

Auf der Insel Krk hält die Sommerhitze unvermindert an, am Strand weht nur eine schwache Brise, das Baden bringt kaum Erfrischung … Dem Touristen bleibt nur der tiefen Schatten eines Pinienwaldes, die Klimaanlage eines Cafés – oder die Kunst übrig! Die Ausstellung »I dream in colors« von Mirna Sišul in den schönen, grottenartigen Räumen von Galerie »Toš« in Punat, in denen sich ursprünglich eine Ölmühle befand – bietet den müden Geist eine gemütliche (und kühle) Herberge. Die Technik dieser Malerei ist recht einfach aber sehr effektvoll – man darf sogar von einer Technik eines lustvollen Pinselspiels sprechen; eine feel-good und eine take-it-easy Malerei. Die Gestaltungsfreude der Künstlerin wirkt durch ihre sympathische und witzige Bilder auf den Betrachter so unmittelbar, dass er bald alle Quälereien des Sommerurlaubs vergisst.


 

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