Van Gogh Ausstellung in Frankfurt

Van Gogh am Main

Ein Betrag von Eva Kaiser


In einer Ausstellung mit dem recht rätselhaften Titel „Making Van Gogh“ wollte das Städel Museum in Frankfurt der Frage nachgehen, wie es kam, dass der niederländische Maler gerade in Deutschland schon sehr früh bewundert und verehrt wurde. Der Untertitel der Ausstellung hieß „Geschichte einer deutschen Liebe“. In 4 Monaten kamen mehr als 500.000 Besucher, die Hallen waren voll, alle Bilder umlagert. Bei meinem Besuch widmete ich meine volle Aufmerksamkeit den Gemälden, die Geschichte der deutschen Liebe für Van Gogh ist auf der Städel-Webseite nachzulesen. Hier eine Auswahl der ausgestellten Bilder!



 

 

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Matisse in der Kunsthalle Mannheim


Henri Matisse – Inspiration und Impression

Ein Beitrag von Eva Kaiser


Bis zum 19. Januar zeigt die Kunsthalle Mannheim unter dem Titel „Inspiration Matisse“ Gemälde von Henri Matisse und einigen seiner Zeitgenossen. Die Ausstellung versucht zu zeigen, wie Matisse die Malerei des 19. Jahrhunderts hinter sich läßt und über eine Phase des Experimentierens mit verschiedensten Stilen seinen eigenen Stil entwickelt.
Viele Gemälde zeichnen nicht nur diese Entwicklung nach, ihnen werden Werke von Malern gegenübergestellt, die er beeinflusst hat.
Matisse widmete sich intensiv der Malerei, nachdem er 1891 sein Jurastudium aufgegeben hatte.
Seine ersten Arbeiten waren noch recht konservativ, wie sein Bild der „Serveuse Bretonne“ von 1896 zeigt, oder auch das vom Atelier seines Lehrers Gustave Moreau von 1895.


Die Magd 1896
Atelier des Lehrers Gustave Moreau


Liseuse en robe violette

Schon an „La Cour du moulin d‘Ajaccio“ von 1898 läßt sich ablesen, wie intensiv er seine Entwicklung voran getrieben hat. Im selben Jahr malt er die „Liseuse en robe violette“ – in Farbgebung und Technik vollkommen anders.


Matisse Nu bleu 1899-1900

Das Gemälde „Blauer Akt“ aus den Jahren 1899/1900 zeigt, dass Matisse zu dieser Zeit mit Vlaminck und Derain gemeinsam experimentiert hat, dass sich alle drei gegenseitig inspiriert haben. Verdeutlicht durch Vlamincks „Les Coteux de Malmaison“ von 1907 und „Bougival“ von Derain aus dem Jahr 1904.


Maurice de Vlaminck, »Les Coteux de Malmaison« (1907)
Bougival

Matisse, La plage rouge 1905

Mit „La plage rouge von Matisse (1905), seinem Akt „Nu dans le bois“ (1906), Auguste Herbins „Le port de Bastia“ (1907), dem „Port d’Anvers“ des Belgiers Othon Friesz, Bracques „trübem Wetter in La Calanque (1907) und seinem „Weiblichem Akt“ aus dem gleichen Jahr und der „Jeune fille assise“ von Matisse von 1909 wird deutlich, dass eine große Gruppe europäischer Maler um Matisse sich austauschte und gegenseitig inspirierte. Es gab Briefwechsel, Atelier- und Ausstellungsbesuche. Auch August Macke, Ernst-Ludwig Kirchner und Max Pechstein gehörten zu diesem Kreis, kannten die Werke von Matisse.


Matisse, Nu dans le forêt 1906
Georges Bracque La Calanque, temps gris (1907)
Auguste Herbin Le Port de Bastia, 1907

O. FrieszLe port d’Anvers 1906

Georges-Bracque-Sitzender-weiblicher-Akt
Matisse, Jeune fille assise 1909
Matisse, Nu le bois clair 1906

Ein großer Saal ist Skulpturen gewidmet, von Matisse und anderen, die den weiblichen Körper in Bewegung zeigen. Zu diesem Thema sind auch Holzschnitte von Matisse zu sehen. Für einen von ihnen ist auch der Druckstock ausgestellt, der in der französischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird.


Matisse, Nu le grand Bois (1907)

Natürlich fehlen auch die vier riesigen Bronzen nicht, die Rückenansichten, die den Stuttgartern aus der Staatsgalerie vertraut sind. Eine Reihe von Stilleben zeigt abschließend, wie diese befreundeten Maler oft das gleiche Thema bearbeitet haben.


Matisse, Fleurs et céramique, 1913

In diesem Zusammenhang lernt man den deutschen Maler Hans Purrmann und seine Frau Mathilde kennen.


Hans-Purrmann-Blick-auf-Collioure

Purrmann war einige Monate Schüler von Matisse, viele seine Arbeiten und die seiner Frau sind in Speyer im Purrmann-Haus zu sehen.
Ein eindrucksvoller Dokumentarfilm aus dem Jahr 1946 gibt Einblicke in die letzten Jahre von Matisse und zeigt – in Zeitlupe – wie er ein Porträt seines Enkels zeichnet.

Die Ausstellung widmet sich gezielt den frühen Schaffensjahren von Matisse, sie zeigt ein stürmisches Jahrzehnt, in dem eine große Gruppe europäischer Künstler die Malerei ins 20. Jahrhundert führt.


Jeune-fille-à-la-robe-verte

Die Ausstellung endet mit Bildern, die schon vertraut erscheinen – Interieurs, Ausblicke, Durchblicke, Spiegelungen, flächiges Dekor und immer wieder Frauengestalten. Am Ende steht ein Zitat aus dem Jahr 1953:

„Farben und Linien sind Kräfte, und im Spiel dieser Kräfte, in ihrer Ausgewogenheit liegt das Geheimnis künstlerischer Schöpfung.“


 

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Ein Ausstellungsbesuch im Städel Museum

Geheimnis der Materie
Ein Bericht von Eva Kaiser



Unter diesem Titel stellte das Frankfurter Städel Museum von Juli bis Oktober Werke von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff aus. Ich war neugierig, um was für ein Geheimnis es gehen könnte im Zusammenhang mit diesen Künstlern, „Brücke“- Mitbegründern und längst ausgiebig analysierten Expressionisten. Die Ausstellung war den Arbeiten mit und aus Holz gewidmet, knapp 100 Holzschnitte waren zu sehen, einige Druckstöcke und 12 Holzskulpturen.
Auf ihrer Suche nach Wegen, die Kunst von den Zwängen des akademischen Diktats zu befreien, eigene Ausdrucksformen zu finden, begannen alle Drei in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, sich die Technik des Holzschnitts zu erarbeiten. Die ausgestellten Werke zeigten, wie sie sich mit Holz als Material der Darstellung auseinandergesetzt haben. An Kirchners „Weiblichem Akt“ (1908) ist zu sehen, wie die Beschaffenheit des Materials mit seinen Rissen und Unregelmäßigkeiten Teil der Darstellung wird. Sein „Spazierengehendes Paar“ (1907) in vier Farben ist von zwei Blöcken in zwei Farben gedruckt und läßt erkennen, wie Kirchner sich die Möglichkeiten von Holzschnitt und Druck erschließt. Die „Jungen Männer, die Schilfrohr werfen“ (1909, Bathers throwing reeds) wurden von drei Stöcken gedruckt.
In Schmidt-Rottluffs „Mädchen vor dem Spiegel“ (1914) wird die Holzmaserung zur Gestaltung der Fläche genutzt. Im „Weg mit Bäumen“ (1911) strukturiert den Himmel die Maserung. Es war faszinierend zu sehen, wie Schmidt-Rottluff im gleichen Jahr mit dem sperrigen Material dem „Porträt“ des Dichters Simon Guttmann Ausdruck und Persönlichkeit gibt. Dem „Liebespaar“ (1909) gestaltet er den Raum, das Bett und das Laken durch die Kombination verschiedener Schnittarten. Die Personen sind sehr reduziert, scheinen seltsam fremd.
Kirchners „Liegender Rückenakt“ (1905) wirkt wie eine spontane Skizze. Diese Art der Darstellung, eine natürliche Körperhaltung und das Zeichnen nach dem lebenden Modell, gehörten zum Programm der „Brücke“-Künstler.
In „Tattersall“ (1909) gibt die Maserung der Bluse ein strenges Muster, den Flächen in orange klar entgegengesetzt. (Ein Tattersall ist eine Reitbahn.)
Für das „Porträt Otto Müller“ (1915) verwendete Kirchner zwei Druckstöcke, teilweise mit schwarzblau übermalt.
Heckel experimentiert mit den Gestaltungsmöglichkeiten, die das Material vorgibt, aber noch mehr mit der Wirkung der Farbe, verdeutlicht durch „Fränzi liegend“ (1910), das in 2 Farbgebungen gezeigt wurde. Heckels Plastik „Stehende mit aufgestütztem Kinn“ (1912), eine der 12 ausgestellten Skulpturen, zeigt, wie auch in der bildhauerischen Arbeit das Holz durch Wuchs und Form die endgültige Gestalt bestimmt. Die Kriegserfahrungen von allen drei Künstlern kamen nur in wenigen der ausgestellten Werke zum Ausdruck.


Schmidt-Rottluff war 1915-1918 in Litauen und Russland stationiert. Der „Christus, 1918“ ist eine ausdrucksstarke Anklage. Seine Skulptur „Arbeiter mit Ballonmütze“ (1920) zeigt einen Kriegsinvaliden, der beidseitig
beinamputiert ist und nur einen Arm hat. Durch den seltsamen Kontrast zwischen dem beschädigten Körper und dem wunderbar gerundeten, glatten und polierten Holz war sie für mich sehr verstörend.
Heckel, der 1915 in Ostende als Sanitätssoldat stationiert war, gestaltet einen „Verwundeten Matrosen“ fast wie ein Flugblatt. Für die Maler der „Brücke“ waren Holzschnitte kein Mittel der Vervielfältigung. Sie nutzten diese Technik, um mit Formgebung, Farbbehandlung und Farbwirkung zu experimentieren. Leider wurden viele der Druckstöcke im Krieg vernichtet. Auch von den Drucken, die immer nur in wenigen Exemplaren ausgeführt wurden, existieren nicht mehr viele. Die 98 Blätter, die das Städel ausgestellt hat, konnten dennoch die Intensität vermitteln, mit der Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff ihr Ziel verfolgt haben, die Kunst zu erneuern, „frei von den wohleingesessenen älteren Kräften“, wie es 1906 im Programm der „Brücke“ heißt.

 

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Blitzlicht auf die Staatsgalerie


Ein Bericht von Eva Kaiser


In den vergangenen Monaten hat die Staatsgalerie Stuttgart die Zahl ihrer Besucher verdoppelt – allerdings nicht, weil plötzlich alle Stuttgarter kunstbegeistert geworden sind. Der Publikumsmagnet ist ein unscheinbares kleines Bild auf Papier in einem häßlichen Rahmen aus Kunststoff. Während der Auktion bei Sotheby’s zur Hälfte geschreddert, kam es als Leihgabe „einer Baden-württembergischen Schokoladendynastie“ nach Stuttgart. Das „Girl with Ballon“ hat keinen festen Platz, sondern wandert alle 2 Monate in einen anderen Teil der Ausstellungen.

Banksy, der eigentlich für seine ironische und oft kritische Street Art“ bekannt ist, gab dem Bild nach dem Verkauf einen neuen Titel, es heißt nun „Love is in the bin“ (Liebe im Eimer). Und die Besucher strömen in die Staatsgalerie, um „den Banksy“ zu sehen.



Nach einem kurzen Blick auf dieses unscheinbare Werk widmete ich mich der großen Sonderausstellung „Die jungen Jahre der Alten Meister“ Baselitz, Richter, Polke, Kiefer.
Alte Meister? So beschreibt sie Kurator Götz Adriani.

Die oft recht ironischen Arbeiten von Sigmar Polke haben mir Spaß gemacht. Dürers Hase mit Gummiband über Nägel gezogen oder auf einem Untergrund skizziert, der Geschenkpapier oder Tapete sein könnte (1968), das gehört in die Jahre der Pop Art.



Neben vielen seiner Rasterbilder finden sich auch „Schneeglöckchen“ , „Urlaub“ und „Palmenbild“ …



Nachkriegsängste, Kalter Krieg und Vietnamkrieg haben wohl alle vier Künstler beschäftigt, von Gerhard Richter sind „Bomber“ zu sehen (1963), seine Stadtbilder (Paris, 1968) muten wie Luftaufnahmen anfliegender Bomber an. Der Schwarm der Vögel (1964) erscheint wie eine Wolke drohenden Unheils.





Anselm Kiefer studiert Heroische Symbole, provoziert 1969 mit dem Hitlergruß in Bildern italienischer und französischer Landschaften (1970).



Von Georg Baselitz sind riesige Darstellungen von Körpern zu sehen, in deren Haut sich Stacheldraht eingräbt (Mitte der 60er), bis 1969 mit vielen Portraits auch der Wald „auf dem Kopf steht“.


 


Am Ende meines Galeriebesuchs schaute ich mir zwei nicht nur in den Abmessungen große Werke an:


Picasso, “Badenden” (1956)

 

Und Oskar Schlemmers Triadisches Ballett (ab 1912), unterstützt durch das Video einer getanzten Version.




Zum Abschluss das Gemälde einer der wenigen Frauen in diesem Haus,
„Gelber und grüner Wald“ von Natalja Gontscharowa, 1913.


Staatsgalerie Stuttgart – gerade jetzt lohnt sich ein Besuch!


 

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Tizian im Städel


Tizian in Frankfurt

Ein Bericht von Eva Kaiser


Unberührt vom Kunstmarkt mit seinen Berichten über spektakuläre Auktionsergebnisse gibt es die ganz großen unter den Malern, deren Meisterschaft allein durch ihren Namen verbürgt ist und deren Werke wohl weltweit bewundert werden. Zu ihnen gehört sicher Leonardo, an dessen 500. Todestag gerade in allen Medien erinnert wird, und vielleicht auch Tizian, dem das Städel in Frankfurt bis zur vorigen Woche eine Ausstellung gewidmet hatte.
Unter dem Titel „Tizian und die Renaissance in Venedig“ bot das Städel einen Einblick in seine Zeit, stellte seine Gemälde in den historischen und politischen Kontext und natürlich in das künstlerische Umfeld.
Auf seiner Webseite bietet das Städel für alle, die die Ausstellung nicht sehen konnten, ein „DIGITORIAL“ an, in dem die Ausstellung, die wichtigsten Gemälde und die Aspekte der Präsentation vorgestellt werden.

Ich war einfach nur neugierig auf Tizian, von dessen Malerei ich keine rechte Vorstellung hatte. Sehr bald erfuhr ich, was das spezifisch Venezianische in seinen Werken war: Eines der großformatigen Gemälde ist ein Portrait von Tizians Farbenhändler!



Anders als im übrigen Italien, wo die Maler ihre Pigmente in der Apotheke kaufen, gibt es in Venedig schon um 1500 den Berufsstand der Farbenhändler. Tizian und seinen Malerkollegen standen satte, leuchtende Farben zur Verfügung, mit denen sie experimentieren konnten.

Wie sehr Tizian „seinen“ Farbenhändler Avise della Scala schätzte, kann man vielleicht daran ablesen, dass sein Porträt des Dogen Francesco Venier die gleichen Abmessungen hat wie das von della Scala.



Fasziniert hat mich die Darstellung von Johannes dem Täufer.
(aus den 1540-ern)



Ein wenig glaubt man zu erkennen, wie die Farben aufgetragen, verwischt und abgestuft wurden. Die Landschaft kurz angedeutet – der Mensch steht hier ganz und gar im Mittelpunkt, stolz und selbstbewusst. Auch wenn das Sujet noch biblisch ist, das Lamm wegen seiner symbolischen Bedeutung im Bild ist und nicht als Teil einer naturalistischen Landschaft – hier, schien mir, beginnt die Malerei sich von ihrer Rolle in der christlichen Welt zu lösen. Natürlich ist dies der Gedanke eines Menschen im 21. Jahrhundert …

Tizian hat etliche biblische Szenen dargestellt, z.B. als Auftragsarbeit die „Madonna mit Kind, der heiligen Katharina sowie einem Hirten / Die Madonna mit dem Kaninchen“ (ca. 1530).



Das Kaninchen symbolisiert, so sagt der Text neben dem Gemälde, Marias unbefleckte Empfängnis und ihre „reine Liebe“ . Meisterhaft die Farben, das malerische Können – mich zog es jedoch zu einem weiteren „weltlichen“ Gemälde, dem „Portrait eines jungen Mannes“ (ca. 1510).



Noch einmal vertiefte ich mich in das wunderschöne von Tizian gemalte Portrait – es ist im Besitz des Städel und in der ständigen Ausstellung zu sehen.

Noch ein Blick auf ein anderes Portrait, das „Idealbild einer jungen Frau als Flora“, ca. 1520, ebenfalls im Besitz des Städel, der Maler allerdings nicht Tizian, sondern Bartolomeo Veneto.



Dann aber, ich gestehe es, eilte ich in die Räume der klassischen Moderne und freute mich, die vertrauten Bilder von Kirchner, Schmitt-Rottluff, Munch, Matisse … zu sehen, die alle auch zum Bestand des Städel gehören.


 

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Ein Ausstellungsbesuch in München


Alex Katz im Museum Brandhorst in München

Ein Bericht von Eva Kaiser


Einige der großformatigen Bilder von Alex Katz hatte ich schon in Baden-Baden und in Bonn bewundert, und so fuhr ich Ende März nach München, um dort eine Ausstellung seiner Bilder im Museum Brandhorst zu sehen (die Ausstellung endet am 22. April, Ostermontag).

Sofort zogen mich die riesigen Bilder wieder in ihren Bann.


„Moonlight“ von 1997 übt fast den gleichen Zauber aus wie der den Himmel beherrschende blasse Mond in einer Winternacht. Nur zwei Farben, grau in feinsten Abstufungen und ein fast weißes Gelb auf einer Leinwand in den Abmessungen 1,80 x 2,45 Meter schaffen diese Atmosphäre.


Zwei andere Bilder eines grauen Winternachmittags mit ähnlichem Licht zeigen, wie aus der noch konkreten Abbildung kahler Äste vor dem Hintergrund eines bleichen Winterhimmels eine fast abstrakte Studie feiner grauer Linien auf einer hellen Fläche wird. Für mich verlor das zweite Bild sehr an Wirkung, ohne die Andeutung von Tiefe wurde es blass und flächig.


Faszinierend fand ich dagegen die Bilder nächtlicher Szenen. Schwarz und beinahe ohne Strukturen der Hintergrund, wenige Lichter – an einem Flussufer? – und ihre Spiegelungen im Wasser.


Ein zweites zeigt noch weniger Einzelheiten, hingewischt einige Lichter – Rücklichter entlang einer Strasse? – Strassenlampen, Scheinwerfer, Mond – nichts ist ausgearbeitet. Dennoch teilt sich die Stimmung nächtlicher Streifzüge durch eine Stadt mit, nicht zuletzt wegen der Größe der Bilder, auch diese etwa 2×1,5 Meter.

Auf Texttafeln war zu erfahren, wie Katz möglich war, diese großen Formate zu malen. Ein Entwurf wurde im gewünschten Massstab vergrößert, die Umrisslinien wurden danach mit leichter Lochung markiert. Abschnittsweise konnten dann diese Linien auf die Leinwand übertragen werden.

Dass auch ein Künstler wie Alex Katz entwirft, verwirft, verbessert, bis er mit seiner Arbeit zufrieden ist, zeigt ein weiteres Winterbild, zu dem in kleinem Format (etwa A3) ein Entwurf gezeigt wird.
Unter den gezeigten Entwürfen ist auch der zu der Nachtszene mit den Lichtspiegelungen im Wasser und ein Wasserfall, der wohl nicht realisiert wurde. Ich überlasse es Euch zu entscheiden, ob zu recht verworfen!


Leider stellt das Museum Brandhorst auf seiner Webseite nur ein Bild zur Verfügung, und gerade das fand ich nicht so bemerkenswert. Das Copyright für seine Bilder handhabt Alex Katz recht rigoros, aber für „schulische Zwecke“ ist eine Wiedergabe erlaubt. Wegen der Größe der Bilder können meine Aufnahmen mit dem Handy dennoch nur einen ersten Eindruck geben.



Die ZEIT hatte in ihren Bericht über die Ausstellung einige Bilder eingebunden. Zu diesen gehört die Same mit dem roten Hut – an diesem Bild habe ich die Präzision der Schatten bewundert, vor allem die der Kragenspitzen. … Hier die weiteren Bilder von Katz (per Google-Suche)


 

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