In der Fotogalerie der vhs Stuttgart (3. OG) läuft aktuell eine sehr schöne Ausstellung! Die Fotografin Sabine Wild hat einen besonderen Blick auf die StuttgarterArchitektur geworfen – die Gebäude sind im Begriff sich aufzulösen, die Flächen scheinen auf der Suche nach einer neuen Form zu sein; die Architektur verwandelt sich zurück in die Skizze.
Manche Bilder können auch für unsere Arbeit interessant sein, als Inspiration für neue Werke!
Die erste Woche im neuen Semester hat zwar noch keine fertigen Arbeiten gebracht, aber wir haben trotzdem ein paar schöne, zu Hause entstandene Werke zu zeigen!
Petra hat sich in der Winterpause mit chinesischen Tuschemalerei beschäftigt und ein Porträt ihres Yogalehrers – aus Gedächtnis! – gefertigt.
Frauke hat ihr Bildentwurf – mit dem Thema „vier Elemente“ – in einer Mosaikarbeit verarbeitet.
Franz war auch fleißig und zu Hause ein im letzten Kurs angefangenes Bild zu Ende gemalt.Beate brachte uns ein kleines Bild, in dem sie mit geometrischen Formen und Formfragmenten gespielt hat.Janka vollendete am ersten Abend ihre wunderbare Komposition – das Bild könnte „Gelenkter Zufall“ heißen.Dagmar zeigte uns ein eindruchsvolles, minimalistisches Bild – fast hört man die Musik, die hier aufgezeichnet zu sein scheint!
Neulich ermahnte mich Beate, dass ich schon lange keine Literaturempfehlung gegeben habe.
Als ich dann – um das Versäumte nachzuholen – vor meinem Bücherregal nachgedacht habe, welches Buch ich nun vorstellen soll, fiel mein Blick auf »Homo Ludens« von Johan Huizinga. Sofort fragte ich mich, wie könnte es sein, dass ich ausgerechnet dieses Werk bisher noch nicht besprochen habe! Jeder Maler unsers Ateliers hat mich das Wort »Spiel« im Zusammenhang mit der bildnerischen Gestaltung schon unzählige Male aussprechen gehört. Das Spiel und die Kunst sind so ineinander verwebt, dass man fast von Synonymen sprechen kann. Ist ein Kunstwerk überhaupt möglich, ohne dass der Künstler auf irgendeine Art und Weise mit seinen Mitteln und seinem Thema spielerisch umgeht? Nicht umsonst sagt man, dass man mit Gedanken spielt, wenn man etwas Neues überlegt. Man experimentiert, indem man mit neuem Material spielt. Kann man überhaupt eine neue Bildidee entwickeln, ohne Farb- und Formspiele zu betreiben? Spiel ist in der bildenden Kunst einfach allgegenwärtig. Aber wo kommt das her, warum spielen wir eigentlich?
Johan Huizinga, Homo Ludens: Vom Ursprung der Kultur im Spiel (hier eine kroatische Luxsuzausgabe, auf Deutsch kann man das Buch sehr günstig antiquarisch besorgen … z. B. bei https://www.booklooker.de/)
Das Buch »Homo Ludens«, das den Untertitel »vom Ursprung der Kultur im Spiel« trägt, ist ein kulturgeschichtliches Standard- und Schlüsselwerk zum Theman „Spiel“. Für Huizinga ist das Spiel kulturstiftend, alle Bereiche unserer Kultur, wie Politik, Wissenschaft, Religion, Recht usw. haben sich ursprünglich aus spielerischen Verhaltensweisen herausgebildet und in unserer Gesellschaft über die Zeit durch verschiedenartige Ritualisierungen als feste Institutionen etabliert. Diese These ist mit zahlreichen Beispielen illustriert, der Text im Allgemeinen ist allerdings relativ anspruchsvoll …
Man mag sich heute wundern, dass ein Buch über das Spiel ausgerechnet im Kriegsjahr 1939 erschienen ist. Der Autor wusste allerdings, dass aus Spiel auch »heiliger Ernst« entstehen kann, denn, wenn sich eine Verhaltensweise einmal verfestigt hat, ist sie nicht mehr leicht zu ändern und begann einen Zwangscharakter anzunehmen. Huizinga war keineswegs naiv, er behandelte in seinem Buch auch den Krieg und wusste ganz genau, was im Europa jener Jahre vor sich ging. 1933 verweigerte er – als Rektor des Leidener Universität – dem deutschen Nationalsozialisten Johann von Leers den Handschlag und schloss wegen antisemitischen Äußerungen sogar eine ganze deutsche Delegation von einer internationalen Tagung kurzerhand aus (, was ihm die Kriegsjahre in der besetzten Niederlande zur Hölle machte – er starb 1945 kurz vorm Kriegende).
An dieser Stelle kann ich es nicht lassen, auch ein weiters Buch vom gleichen Autor zu empfehlen. Sein großes Werk »Herbst des Mittelalters« sollte nach meiner Meinung jeder bildungsinteressierte Mensch lesen …
Unsere jüngste Malerin, Melissa Koreng – eine fleißige Besucherin der Winterakademie und bald Studierende an der Stuttgarter Kunstakademie! – hatte neulich ihre erste Ausstellung! Dazu gratulieren wir von ganzem Herzen! Ihre Werke waren vom 01. bis 03. Februar im Evangelischen Jugendwerk Böblingen zu sehen. Sie hatte dort die Möglichkeit, im Rahmen eines dreimonatigen Projekts, ein paar Wände künstlerisch umzugestalten. Zur Einweihung dieser Räume stellte sie dann dort ihre Bilder aus. Und da sämtliche Bilder verkauft wurden und die Wandgestaltung im Jugendwerk noch lange nicht fertig ist, wird es vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft eine weitere Ausstellung von Melissa geben. Darauf freuen wir uns schon!
Melissa beherrscht die bildnerische Formsprache schon so gut, dass sie mit gegenständischen Formen frei spielen kann! Für dieses Bild scheint das Motto „Farbe, Fläche, Experiment“ zu sein; wunderbar modellierte Plastizität und expressive Formauflösungen; Zufall und präzise Gestaltung … Wunderbar! Was uns in den Arbeiten von Melissa begegnet, ist eine unbändige Lust und eine mit Energie der Jugend aufgeladene Freude, die Welt bildnerisch zu beobachten und zu erleben!
Franz hat uns schon am ersten Tag mit seiner neuen Arbeit, die er zu Hause vollendet hat, überrascht – ein kleines Meisterwerk des bildnerischen Spiels! Schwarz-Weiß Kontraste beflügeln den Tanz der bunten Punkte; Graustufen der Zeichenkohle bilden dafür einen atmosphärischen Spielplatz … Auch die Deutungsvorschläge sind lustvoll arrangiert: Was macht die Figur rechts im Bild, ist es ein Autofahrer, der „bunte“ Gedanken denkt? Sind die farbigen Kreise wortlose Sprachblasen eines fassungslosen Lottogewinners?
Die Bildserie von Isabella erzählt von stimmungsvollen Formahnungen und sanften Formauflösungen; komplexe, spielfreudige Farbgebung, Transparenz, Verlauf – und trotzdem eine Festigkeit der Komposition, die viel Raumtiefe zulässt! … Unsere liebe Münchnerin müsste uns – um ihre Kinder vorm Schlafengehen noch sehen zu können – leider früher verlassen …
Ein kristallenes Raumgewebe in Entstehung … und eine Geduldprobe für Silke! Obwohl das Bild am Ende unseres Kurses noch unvollendet blieb, könnten wir selbst aufgrund dieses Fragments mühelos erahnen, dass das Bild ein tolles Werk sein wird! Nicht zuletzt, weil wir ihre „Skizze“ gesehen haben. Silke besucht die Malklasse auch im nächsten Semester, sodass wir die Gelegenheit haben werden, die fertige Arbeit zu sehen!
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Das leckerste Kunstwerk unseres Kurses hat Beate gemacht! Schaut euch die rhythmischen Tanzdrehungen der Apfelstücke, die strukturreichen Aufblähungen des Teigs, die plastisch vollendete Ornamentik und die aromatischen Duftahnungen der Formen an! Ein Meisterwerk erstes Grades! (Die Geheimzutat: Kokosblütenzucker!)
Hier die weiteren (unvollendeten) Werke von Beate.
Ein labyrinthischer Kosmos der Raumverschachtelungen, ein bühnenreifes Lichtstück der Malerei; ein bildnerisches Theater der wundersamen Farbsphären; Musik und Architektur …! Hier kann man wirklich beliebig weiter fantasieren und assoziieren! Denn das (unvollendete) Bild von Eberhard wirkt wie ein symphonisches Gebilde, das einen unendlichen Raum für seine bildnerische Erzählungen zu besitzten scheint. Dieses Bild zu betrachten ist ein Kunstgenuss pur!
Ein Fluchtweg, ein Aufzugsschacht … oder ein Geheimtresor? Das Gegenständische verdichtet sich im Raum des Bildes wie eine spontane morgendliche Eingebung, wie eine plötzliche Vision am Ende eines Traums, die sich an den Ränder des wach gewordenen Geists schon auflöst … Ein tolles Werk von Petra.
Die Autorenschaft ist hier leicht geklärt – in unserer Malklasse ist Ulla für die geheimnisvollen Farbflächen-Collagen zuständig! Das Bild ist zwar noch nicht vollendet – obwohl es sich durchaus auch so behautpen könnte! – aber die vertraute Wirkung ist schon da: ein Puzzle aus Bildfragmenten in einer Farbatmosphäre aus rätselhaften Ahnungen. Die Inspiration für dieses Bild hat sie in einem Fischerdorf auf Kuba gefunden.Wer könnte die Segelboote lustiger und fantasievoller auf die Leinwand bringen als unser Karl!?Bei Else tut sich seit einiger Zeit was! In ihren Bildern tauchen langsam neue Formen auf. Auch die Farbgebung ist heller geworden, der Umgang mit Transparenz souveräner – eine völlig neue Licht-Stimmung!Hier noch einmal versammelt die Absolventen des ersten Semesters unserer Malklasse! Die maisten machen weiter – ich freue mich schon darauf! Wer Lust hat, uns Gesellschaft zu leisten, soll sich beeilen, die Workshops im neuen Semester zu buchen! (Bitte setzt euch auf die Warteliste, falls die Kurse schon voll belegt sein sollten – das lohnt sich!)
Das erste Semester unserer Malklasse ist zu Ende gegangen. Bei unesem letzten Treffen haben wir alle Aspekte der bildnerischen Gestaltung, die wir bisher separat erforscht haben – Rhythmus, Komposition, Raumgebung –, noch einmal zusammenfassend behandelt. Bewegung und Rhythmus; Formdehnung und Komposition; Raum und Fläche – allesamt große Themen der Malerei, die uns auf der Suche nach Ausdruck stets begleiten. Sie zu studieren macht nicht nur Spaß – die Beschäftigung mit den Grundlagen der Malerei öffnet uns Einsichten in die tieferen Schichten der Gestaltung. So agieren wir als Künstler souveräner, leichter und freier.
An dieser Stelle muss ich noch zugeben, dass ich eine so hohe Arbeitskonzentration, wie am vergangenen Wochenende, in unserem Atelier noch nicht erlebt habe. Obwohl wir auch viel „Quatsch“ gemacht haben, geplaudert, diskutiert und viele kleine Pausen mit Kaffee und Kuchen gemacht haben – unser Thema lockte uns immer wieder aufs Neue, vergnügt in die Welt der Linien und Flächen zu versinken. Zeitweilig war es im Raum so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Einfach wunderbar!
Hier stellen wir zunächst unsere Werke mit Bleistift, Kohle und Kreide vor. Die Zeichnungen sind keineswegs nur Skizzen und Proben sondern auch eigenständige Werke in kleinem Format!