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Alte Bilder, neue Bilder


Heute gab es einen weiteren Malkurs mit dem Thema „Farbe – Fläche – Experiment“ (VHS-Sindelfingen). Gearbeitet wurde in einer kleinen, netten Gruppe aus mallustigen und neugierigen Kunstliebhabern. Es wurde gemalt und über die Kunst geplaudert; über das Handwerkliche und das „Philosophische“ der Malerei … Die Zeit verging viel zu schnell – um 17 Uhr müssten wir uns schweren Herzens voneinander verabschieden.


Ulli hat viele alte Bilder „zum Übermalen“ mitgebracht. Mit knapper Not konnten wir sie überreden, zwei davon in ursprünglichem Zustand zu belassen. Die weiteren zwei hat sie allerdings meisterhaft überarbeitet.
Dieses wunderbare Bild von Uli verrät seine lange Entstehungsgeschichte. Viele frühere Arbeitsstufen und Bildideen lassen sich noch gut erahnen … Das Bild hat dennoch eine klare Aussage und eine starke Wirkung!
Bei diesem Bild, das Uli zu Hause gemalt hat, wurde einstimmig entschieden, dass es nicht weiter bearbeitet werden soll!
Auch hier konnte Uli überzeugt werden, dass ihr Werk schon vollendet ist … Wunderbar!
Regina ist eine wunderbare Raum- und Farbkomposition gelungen! Klar getrennte Farbfelder sind mit viel Leben erfüllt, die Künstlerin hat sie mit viel Gefühl gestaltet und auch dem Zufall Raum gegeben.
Sabine hat sich in ihrem Bild mit wunderschönen Farbstimmungen beschäftigt – und ganz auf klare Formen verzichtet.
Ihr Bild am Ende des Kurses! Zu Hause macht sie nur noch ein paar Akzente – das Wesentliche ist da.
Anette wollte eine Tulpe malen – hier ihre Entwürfe!
… Und hier die Umsetzung auf dem großen Format – das Ergebnis lässt sich sehen!
Marika hat zwei Musiker in einem engen Raum dargestellt … Sie scheinen allen für sich selbst zu spielen, melancholisch und ganz in ihre Musik vertieft … 


Wir hatten eine schöne Zeit miteinander – und wir sehen uns wieder!


 

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Maifest der Kunst und zwei Konzerte


Heute möchte ich auf eine tolle Veranstaltung und zwei Konzerte hinweisen.

Wer den Württembergischen Kunstverein (WKV) – die erste Adresse für zeitgenössische Kunst in der Stadt – noch nicht kennt, kann am kommenden Donnerstag dort das MAIFEST besuchen und die Galerieräume des Vereins besichtigen! Es ist viel Kunst, Musik und Unterhaltung zu erwarten!




Programm:
Donnerstag, 23. Mai 2019, 18 – 23 Uhr
MAIFEST
eine Veranstaltung von
Die AnStifter
Kaktus-Initiative
Württembergischer Kunstverein
18 Uhr:
Führung durch die Ausstellung „Lorenza Böttner. Requiem für die Norm“ mit den DirektorInnen des Württembergischen Kunstvereins Iris Dressler und Hans D. Christ
19:30 Uhr:
Kai Boeddinghaus: Sitte, Anstand und die ehrbaren Kaufleute
20:30 Uhr:
Vor dem Gesetz ist alles gleich
Eine satirische Text-Musik-Plakat-Collage zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes mit Katharina Wibmer, Frank Eisele, Christian Bringschmidt und Studierenden der Kunstakademie, Peter Grohmann und N.N.
Adresse: Schlossplatz 2

Ich habe noch zwei Konzerte zu empfehlen, am kommenden Samstag und Sonntag –  unsere Katja spielt mit! Hier die Infos:



Ich wünsche viel Spaß!

NACHTRAG 22. Mai: Wer spontan am kommenden Samstag malen möchte – es gibt noch ein paar freie Plätze im Kurs „Farbe – Fläche – Experiment“ in VHS Sindelfingen! Wir malen von 10.30 bis 17.00 Uhr. Mehr Infos und Anmeldung HIER.

 

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Im bunten Strudel der Naturgewalten


Gestern war unser Atelier ein Schauplatz einer eruptiven und böigen Kreativität! Es konnte hier von niemanden sonst die Rede sein, als von unseren künstlerischen Naturgewalten Else und Franz.  Franz hat – vertieft in seine Action Painting – mit Händen gearbeitet als Else vorbei kam und ihn scherzhaft fragte, ob sie mitmalen darf. Franz hatte nichts dagegen – und dann, ohne jeglicher Vorwarnung, ging’s los! In kürzester Zeit baute sich im Raum eine starke elektrische Ladung auf und alle anwesenden müssten mit ihrer Arbeit aufhören und dem bunten und lustigen Wirbelsturm der Farben zuschauen. Hier ein paar Aufnahmen …

Nach ca. 10 Minuten …

Zwei Naturgewalten der Malerei – Else und Franz!

 


 

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Tanz 36


Wenn man nach dem Wort  „Tanz“  in unserem Blog sucht, findet man es in sage und schreibe 35 Beiträgen!  Und tatsächlich – für viele Bilder aus unserem Atelier ist das die erste Assoziation.  Denn Tanz ist eine lustvolle Bewegung, ein Spiel und purste Form der Lebensfreude – aber auch ein Ausdruck unserer Gefühle und Stimmungen …  Wo immer der Pinsel über die Leinwand tanzt, dort entstehen die bildnerischen Tanzspuren unserer Lebensfreude und Werke, auf denen unsere Beweg-gründe für die Beschäftigung mit der Malerei gespeichert sind!
Hier einige der vielfältigen Tanzformen, –Figuren und –Choreographien von der bunten Tanzbühne unseres Ateliers:

Barbara hat neulich ein Tanzbild – bildnerisch und thematisch – komponiert …


 

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Die Skizze einer Studie


Das Thema „Skizze“ haben wir schon im Beitrag „Das poetische Moment“ behandelt. Aber was ist bildnerisch gesehen eine Studie? … Bevor wir das zu klären versuchen, schauen wir uns ein paar Beispiele aus unserem Atelier an.

Dieses Foto hat Simone schon bei unserer ersten Begegnung im Atelier (vor ein paar Jahren) als Vorlage für ihr allererstes Bild bei uns benutzt … Letzte Woche im Kurs am Donnerstag hat sie das hübsche Gorilla-Baby ein weiteres Mal als Motiv genommen. Glücklicherweise haben wir ein paar Aufnahmen ihrer Arbeit gemacht, sodass der Bildaufbau – der Weg von der Skizze zur Studie – gezeigt werden kann!

Das Motiv zunächst andeuten, dann die Form allmählich konkretisieren – aber dabei darauf achten, dass das bildnerische Spiel – der Spaß am Pinseln und Klecksen – ein gleichberechtigter Inhalt des Bildes bleibt! Somit ist die Wirkung von Farben und Formen fest im Bereich der Malerei verankert … (Nichts verdirbt dem Betrachter den Kunstgenuss mehr als eine unausgewogene „illustrative“ Wirkung …)  Simone ist hier ein kleines Meisterwerk gelungen! Denn hier nutzt sie das Motiv gewissermaßen als eine Art Vorwand für ein freudiges Malexperiment, das sie aber zur Bildung einer konkreten bildnerischen Sprache führt.

Für Nathalie stellt sich die Frage – Skizze oder Studie? – gar nicht. Denn sie „skizziert“ so lange bis ihre großformatigen Bilder – duch mehrere Farbschichten – eine komplexe Aussage bekommen. Hier vier Werke in verschiedenen Arbeitsstadien. Einige befinden sich noch im Bereich der Skizze, andere kann man nicht mehr so bezeichnen, sie haben eindeutig eine neue Qualität bekommen …


Frauke beschäftigt sich sehr intensiv mit der Entwicklung ihrer Bildideen. Nachdem sie in vielen kleinformatigen Skizzen und Bildentwürfen ihre bildnerische Sprache konkretisiert hat, präsentiert sie nun im Großformat eine spannende, „luftig“ gemalte und trotzdem komplexe Erzählung, die alle Merkmale einer Studie besitzt.

Ein paar Skizzen und Entwürfe von Frauke findet ihr HIER.
Auch Eberhard stürzt sich mutig in das Abenteuer eines spontanen Skizzierens! Im lustigen Tanz der Farben und Formen wuchern auf seiner Leinwand die bunten Pinselstriche – bis die Skizze unmerklich zu einem wahren „Dokument“ seiner Kreativität wird. Das Bild bekommt nach und nach eine andere Wirkung, das Skizzenhafte wird in eine andere Dimension überführt. Langsam entsteht ein Werk, in dem eine bildnerische Neugier und eine unbändige Spiellust einen klaren Ausdruck bekommen. (Das Bild ist noch nicht fertig …!)  Anders ausgedruckt kann man hier behaupten, dass der Hauptinhalt des Bildes weiterhin der Prozess des Malens (Skizzierens) bleibt, aber die Aussagekraft durchaus die Tiefe einer Studie aufweist.


Fazit:
Die Bezeichnung „Studie“ wird in der Malerei meistens für ein Werk verwendet, das eine Absicht oder ein bestimmtes Interesse in einer konkreten und klaren Form darstellt – und dabei die Ausdrucksmöglichkeiten einer bildnerischen Sprache voll ausschöpft:  Was in der Skizze als Ahnung vorhanden ist, wird in einer Studie definiert.
Für unsere Arbeit bedeutet dies:
Wir brauchen eine Skizze, um eine Bildidee zu entwickeln, aber ohne Studie wissen wir nicht wirklich was wir tun.

 

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Die Kunst der Kunstbetrachtung


Museumsbesuch mit Željkos simplen Regeln im Kopf
Ein Bericht von Julia L.

Sabine und ich hatten keinen ausgereiften Plan. „Lass uns am Freitag was zusammen unternehmen … irgendwas mit Kunst“. Wir entschieden uns für die Sammlung im Glaskubus, im Kunstmuseum Stuttgart. Aber erst mal gemütlich Kaffeetrinken. Wir plaudern uns warm, indem wir nochmal unsere aktuellen Themen im Mittwochs-Kurs umreißen:
Große Form / kleine Form.
Zwei Farben und höchstens eine zusätzliche Akzentfarbe.
Wiederholung von Form und Farbe.
Simpel und kaum als Aufgabe zu deuten – und doch könnten die Ergebnisse im Mittwochskurs unterschiedlicher kaum sein! Ingrid taucht in dynamisch verschlungene Farblabyrinthe, die eine Sabine malt ein fröhliches Triptychon aus rosa-grünen Fantasieformen, die andere Sabine breitet ihre Märchenwelt schimmernder Verläufe auf einer großen Leinwand aus, ich zerstückle große Formate in unendlich wiederholte Würfelchen… so erinnern wir uns an das bisherige Semester – kaum zu glauben, dass all unseren Bildern die drei für uns neuen Regeln zugrunde liegen! Genug gefachsimpelt – los geht’s zum Kunstgenuss!

In der weihevollen Kassenhalle des Kubus fühle ich mich wie immer zunächst etwas verloren, entsprechend desorientiert drücken Sabine und ich uns herum als hinter uns eine freundliche Stimme fragt „was macht ihr denn hier?“ – Else! Da steht plötzlich Else fröhlich grinsend bei uns, sichtlich entspannt – es ist uns allen sofort klar:  Else hat Zeit und Lust und kommt spontan mit.

Im ersten Saal mit abstrakter Kunst kommen wir schnell in Fahrt: es stellt sich heraus dass auch im Donnerstagskurs bei Else die drei Kompositions-Prinzipien diskutiert werden. Und plötzlich tauchen sie rund um uns herum in jedem Bild auf! Wir sind ja schließlich Meister der Bildbesprechung und kennen kein Halten mehr, sehr zur Belustigung der Museumswärter die sich auffallend um uns herum drücken, um sich unsere Analysen nicht entgehen zu lassen.
Schau dort, Rita Ernst:


Sie legt Balken über einen Teppich aus grau-weißem Rautenmuster und nennt es „Strukturelle Ordnung“. Drei Farben – Formwiederholung – Rot als Akzent und Grau als Partner für die Farbentfaltung. Glasklar!
Noch strukturierter bei Anton Stankowski:


In seiner „Progression“ wandern Würfel stets in derselben Folge immer kleiner werdend in Spiralen ins Unendliche – Würfel? Das muss mir ja gefallen!
Fritz Winter könnte denselben Kurs bei Željko besucht haben wie wir:


Man sieht seinem „Schwarz vor Blau“ an, dass es das Finale einer unendlichen Reihe von Skizzen darstellt. Spannend sich vorzustellen, dass er an diesem Punkt beschlossen hat: das Bild ist fertig. Mir fällt das immer unheimlich schwer! Aber gerade die Luftigkeit und Spontanität eines geübten schnellen Wurfes macht das Bild aus.
Ganz anders bei Jean-Paul Riopelle:


Mein Lieblingsbild war von Walter Stöhrer:


„Ohne Titel“ – ohne Umstände – ohne weiteres macht es einen riesen Eindruck auf mich, ich habe bis heute nicht herausgefunden warum. Aber auch hier sind alle Prinzipien des Atelierhausmeisters sichtbar: drei Farben – Wiederholung der Form – klein/groß.
Wir hatten einen riesen Spaß, die simplen Regeln auf fast jedes ausgestellte Bild anzuwenden. Selbst die Großen sind auf diese Weise lesbar, zum Beispiel Willi Baumeister „Metaphysische Landschaft (mit Punkten)“:


Hier sind sogar noch mehr Inhalte aus Željkos Kursen sichtbar: Grau als Unterstützung zur Entfaltung von Farbe und – hatten wir nicht so ähnlich fröhliche Landschaftsthemen im letzten Semester behandelt?

Else, Sabine und ich hatten einen fröhlichen Vormittag und haben beschlossen, öfters gemeinsam die Kunstausstellungen Stuttgarts zu studieren. Das wäre toll! Ich freu mich drauf!
Sabine, Else und Julia (am Balkon unseres „Glaskubus“ …)

 

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