Ich habe schon viele Atelier und Arbeitsräume für Kunst gesehen, die vhs-Ökostation auf dem Wartberg ist aber etwas ganz besonders! Ganz in Grünen, ruhig und geräumig … Kein Wunder, dass wir am Ende unseres Sommerkurses so viele tolle Werke vorzeigen konnten!
In den Bildern von Erika, Karl, Jutta, Franz und Jiaoni spielte das Element „Wasser“ eine große Rolle. Schauen wir uns zunächst ihre die Bilder an!
Erika hat diese dramatische Meerlandschaft sehr eindrucksvoll in Szene gesetzt! Unbändige Kraft der Elemente, freie Fahrt für Winde, Wasser und Wolken und am Himmel eine hoffnungsvolle Lichtung. Ein tolles Werk, eine starke Raumatmosphäre!Ganz anders ist die Wirkung bei Jutta! Aquarelltechnik aber mit Acrylfarben – Transparenz und Leichtigkeit, alles badet im frischen Licht des Sommers … Karl müsste eine Bestellung absolvieren und ein früheres Werk „kopieren“. Das Problem war die Darstellung von Eiswürfeln.Eiswürfel lassen sich schwer mit deckenden Farben malen (links im Bild) – denn die Transparenz ohne Lasur zu darstellen, ist eine große Kunst! Wir müssten die erste Schicht korrigieren …Hier das Ergebnis! Mit Lasur muss man „nur“ die Lichtbrechungen behandeln – und auf einmal stimmt alles …Jiaoni hat noch nie eine Landschaft gemalt – ihr erster Versuch lässt sich aber sehen! Lichtstimmung, Raumtiefe und eine mit Spachtel wunderbar dargestellte Ufer …Wir müssten staunen, wie schnell Jiaoni lernt! – Ihr zweites Bild ist schon ganz und gar spielerisch gemalt. Vor allem mit Malspachtel geht sie meisterhaft um.Die Meerlandschaft von unserem Franz ist ein Zufallsprodukt – das Motiv ergab sich einfach inmitten eines typischen „Malausbruchs„. Das Bild hat allerdings bald eine ganz andere Richtung bekommen.Die Meerlandschaft hat – neben ein paar neue Farbschichten – auf einmal einen Bildrahmen bekommen! Ein gekonnt gesetztes Rätsel! Ist das ein Bild im Bild, was ist eigentlich dort umrahmt?? Ein lustiger surrealistischer Schachzug! … In Wahrheit haben wir im Kurs eine Maske benüzt – ganz in der Tradition der alten Landschaftsmaler.
Kunst kann aber auch lecker sein! Dafür hat Else mit ihrer Kunst des Waffelnbackens gesorgt!
Else und Jutta in der (voll ausgestatteten) Küche der Ökostation …
Die Galerie „Zero Arts“ lädt zum Showdown der Ausstellung „P tik L“ von
Marie-Louise Meyer Malerei, Zeichnung, Grafik
Acryl liegt über Lack, Ölfarbe schließt eine Kreidefläche. Die verschiedensten Medien kommen zusammen und entwickeln vermeintlich stringente Erzählungen. Manchmal jedoch wird nur die vage Assoziation möglich, ein „Das erinnert mich an…“. Nie entschlüsseln sie sich ganz, ein Rest Unklarheit bleibt immer. Sie entwickeln sich langsam und machen gleichzeitig Sprünge. Sie sind verschoben, verfälscht, mit einem bestimmten Gefühl verbunden.
Wer am Freitag, den 19.7. 2019 um 20.00 Uhr Zeit für und Lust auf Kunst hat, kann der kleinen aber feinen Galerie im Stuttgarter Osten ein Besuch abstatten!
Zero Arts e.V. – Ostendstrasse 16 – 70190 Stuttgart (Ost)
In unserem Bilderarchiv habe ich doch noch das schöne Hirsch-Bild von unserer Simone gefunden – das war noch, bevor wir den Blog hatten … Sie hat mir neulich auch ihr altes Bild mit dem Affen-Motiv geschickt – über das neue haben wir schon berichtet (HIER). Zunächst zeigen wir der Bildaufbau vom „Hirsch„.
Die Bleistiftskizze ist noch teilweise zu sehen – die Lasur bringt schon die Plastizität des Hirschkopfs hervor …… Der zweite Lasurauftrag mit mehr Farb– und Lichtkontrast …Mit noch ein paar Farbakzenten wirkt das Motiv lebendiger, der „luftige“ Hintergrund gibt dem Bild Atmosphäre und Raum … Simone hat zum richtigen Zeitpunkt aufgehört!Schnauze und Augen stellen genug dar. Abstrakte und komplexe Farbfelder (Lasur und Verlauf) sorgen für Körpervolumen, Raumtiefe und Atmosphäre …Erika hat vor ein paar Wochen ihre Variante vom gleichen Motiv vorgelegt – eine völlig neue Interpretation, der kleine Affe schaut uns mit ganz anderen Augen an! … Stark im Ausdruck, skizzenhaft, expressiv, nur das Wesentliche darstellend – wunderbar!
Der Sommerbeginn sieht zwar nicht nach Sommer aus, aber wir lassen uns die Laune nicht verderben – hier ein paar „Aufwärmbilder“ aus unserer Atelierproduktion. Sie sind allesamt in den Abendkursen des letzten Semesters entstanden und sind – muss man das sagen? – kleine Meisterwerke der Acrylmalerei!
In den vergangenen Monaten hat die Staatsgalerie Stuttgart die Zahl ihrer Besucher verdoppelt – allerdings nicht, weil plötzlich alle Stuttgarter kunstbegeistert geworden sind. Der Publikumsmagnet ist ein unscheinbares kleines Bild auf Papier in einem häßlichen Rahmen aus Kunststoff. Während der Auktion bei Sotheby’s zur Hälfte geschreddert, kam es als Leihgabe „einer Baden-württembergischen Schokoladendynastie“ nach Stuttgart. Das „Girl with Ballon“ hat keinen festen Platz, sondern wandert alle 2 Monate in einen anderen Teil der Ausstellungen.
Banksy, der eigentlich für seine ironische und oft kritische Street Art“ bekannt ist, gab dem Bild nach dem Verkauf einen neuen Titel, es heißt nun „Love is in the bin“ (Liebe im Eimer). Und die Besucher strömen in die Staatsgalerie, um „den Banksy“ zu sehen.
Nach einem kurzen Blick auf dieses unscheinbare Werk widmete ich mich der großen Sonderausstellung „Die jungen Jahre der Alten Meister“ Baselitz, Richter, Polke, Kiefer. Alte Meister? So beschreibt sie Kurator Götz Adriani.
Die oft recht ironischen Arbeiten von Sigmar Polke haben mir Spaß gemacht. Dürers Hase mit Gummiband über Nägel gezogen oder auf einem Untergrund skizziert, der Geschenkpapier oder Tapete sein könnte (1968), das gehört in die Jahre der Pop Art.
Neben vielen seiner Rasterbilder finden sich auch „Schneeglöckchen“ , „Urlaub“ und „Palmenbild“ …
Nachkriegsängste, Kalter Krieg und Vietnamkrieg haben wohl alle vier Künstler beschäftigt, von Gerhard Richter sind „Bomber“ zu sehen (1963), seine Stadtbilder (Paris, 1968) muten wie Luftaufnahmen anfliegender Bomber an. Der Schwarm der Vögel (1964) erscheint wie eine Wolke drohenden Unheils.
Anselm Kiefer studiert Heroische Symbole, provoziert 1969 mit dem Hitlergruß in Bildern italienischer und französischer Landschaften (1970).
Von Georg Baselitz sind riesige Darstellungen von Körpern zu sehen, in deren Haut sich Stacheldraht eingräbt (Mitte der 60er), bis 1969 mit vielen Portraits auch der Wald „auf dem Kopf steht“.
Am Ende meines Galeriebesuchs schaute ich mir zwei nicht nur in den Abmessungen große Werke an:
Picasso, „Badenden“ (1956)
Und Oskar Schlemmers Triadisches Ballett (ab 1912), unterstützt durch das Video einer getanzten Version.
Zum Abschluss das Gemälde einer der wenigen Frauen in diesem Haus, „Gelber und grüner Wald“ von Natalja Gontscharowa, 1913.
Staatsgalerie Stuttgart – gerade jetzt lohnt sich ein Besuch!
„Wow!“ – das war meine spontane Reaktion als mir neulich Uli ihre Bilder, die sie seit unserer letzten Begegnung zu Hause gemalt hat, gezeigt hat. Wie schon berichtet (hier), wollte sie einmal ihre mitgebrachte Werke im Kurs kurzerhand „übermalen“. Der Hauptgrund für diese drastische Maßnahme war der, wie so oft, Platzknappheit. Aber angesichts der Qualität der Werke, kann zu einem solchen Entschluss nur ein freier und unbeschwerter – das heißt selbstsicherer! – Künstler-Geist kommen. Uli ist beim Malen stets entspannt, humorvoll und jederzeit bereit, im Arbeitsprozess Experimente zu machen oder spontan Richtung einer bildnerischen Erzählung zu ändern. … Die folgenden Arbeiten bekam ich neulich per E-Mail zugeschickt.
Noch kann man erahnen, wie das Bild angefangen wurde. Aus abstrakten Formen ist eine Figur entstanden … Trägt sie eine Maske, oder einen Helm, kommt sie von einer Bühne oder verwundet aus einer Schlacht …?Ein Motiv, zwei Varianten … Wer ist das Mädchen auf dem Bild, was versteckt sie vor uns, was heißen die Buchstaben im Hintergrund? … Wird daraus eine Bildserie?„Der rote Kopf auf grauem Hintergrund“ – der Titel erklärt alles!Figuren im blauen Raum – was geht hier los? Ein Streit, eine Verhandlung? Die weibliche Figur ist aktiv, sie ist voll Leben … ihr Gesprächspartner dagegen ist bloß eine Skizze … Was hat sie soeben gesagt, dass der dicke Mann sie so böse anschaut …?Licht aus …und dann – hoppla! – aus dem Nichts ist ein gepudertes Frauengesicht aufgetaucht! Was will es uns sagen?Diese wunderbare Skizze hat eine klare Botschaft: unter einem Schirm lässt sich doch nicht alles bringen.
Uli Steven und ich kennen uns schon seit „einer Ewigkeit“ …