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Der Jungbrunnen der Malerei

Neulich bekam ich wieder Mal tolle Werke von unserem Volker zu sehen. Das Thema seiner neuen Bilder – Energiebündel.  Den ganzen Sommer hat der Künstler mit seinen Enkelkindern verbracht, was klare Spuren in seiner Malerei hinterlassen hat! Das Spiel mit den Kindern kommentiert er in einer E-Mail so: „Das sind Energiebündel, es macht viel Spaß, man kann herrlich Blödsinn machen und mir fallen da schon so manche Sachen ein.“
Mit diesem Hintergrundwissen findet man in seinen neuen Bildern sofort das Unverwüstliche des Lebens und eine spiellustige Energie der Jugend, die uns eigentlich immer zur Verfügung steht und oft nur ein „Ventil“ braucht, um sich manifestieren zu können.  Volker ist zwar Großvater geworden, seine Bilder sind aber wahre bildnerische Spielwiesen seines wunderbar jung gebliebenen Geistes!

Ein Farbkreisel und ein lustiger Trabant
Feuerbälle im Zirkuszelt der Farben
Ich bin schneller als du …!
Eine „kalte“ Supernova, ein Tiefseefisch oder doch nur ein geplatzter Luftballon?
Die Artistik des Lichts …
Das letzte Spiel vorm Schlafengehen

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Linienscharen

Heute möchte ich euch auf die Ausstellung „Seiten / Räume“ von Linienscharen, einer 2012 ins Leben gerufene Plattform für zeitgenössische Zeichnung, aufmerksam machen. Das Ausstellungsformat ist ungewöhnlich, in einer Ausschreibung wurden KünstlerInnen gebeten, ein Buchprojekt im Sinne eines Künstlerbuchs einzureichen, das an verschiedenen, nicht nur für bildende Kunst typischen Orten, einer breiteren Öffentlichkeit zugängig gemacht werden soll.

12.9. – 23.09.2018; WKV (württembergischer Kunstverein) Stuttgart, Querungen
19.9., 19 Uhr: Wege | Begegnungen 

9.10. – 19.10.2018; Stadtbibliothek am Mailänder Platz, Graphothek
11.10., 19 Uhr Café LesBar: Zeichen | Spuren

22.10. – 4.11.2018; Schriftstellerhaus Stuttgart
22.10., 19 Uhr: Ströme | Sammlungen

Mehr Infos über die Linienscharen gibt es hier.
Es würde mich freuen, euch dort zu treffen!  Bis dahin ein paar zeichnerische Notierungen aus meinem Inseltagebuch.


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Tagebuch eines Zeichners


Im sommerlichen Zirkus der Linien

Viele Urlauber haben die Insel (Krk) schon verlassen, die Hitze dagegen ist geblieben. Aber wen juckt es?! Denn man ist hier vom Meer umgeben! Die blaue Tiefe des Raumes scheint hier, auch Hitze verschlucken zu können … Es reicht für ein paar Augenblicke die Möwen auf ihrem Flug über das Meer zu beobachten und schon erscheint im Geist eine schöne und durchaus kühle Gedanke „alles ist gut …“
Und es gibt Straßencafés! In einem von ihnen gibt es ein paar Tische unter der üppigen Baumkrone einer Inseleiche, die als einzige im Ort einen einigermaßen kühlen Schatten zu spenden vermag. Dort, eine sanfte Meeresbrise im Haar, sitz euer Atelierhausmeister, trinkt Kaffee und vergeht sich zeichnerisch an den ahnungslosen Gästen und Flaneuren um ihn herum.
Die Touristen geben zwar ein lustiges, buntes Bild des Sommers ab, aber seine Vorliebe gilt den Einheimischen! Sie sammeln sich praktischerweise in ihrer Stammkneipe direkt gegenüber, sodass er sie bequem und unbeobachtet beobachten kann.  Nur die Kellnerin beugt sich manchmal unauffällig über seine Schulter und schaut ihm beim Zeichnen zu. Sie verrät sich mit einem lauten Seufzer, wenn sich die porträtierende Person plötzlich umdreht und die Zeichnung deswegen unvollendet bleiben muss.  Dem Atelierhausmeister macht dies nichts aus, er sucht sich einfach ein neues Beobachtungsobjekt aus, denn im Zirkus seiner Linien zählt nur die Artistik der genauen Beobachtung. Ob vollendet oder fragmentarisch – die Skizze speichert das Leben, solange es beobachtet wird!
Und die Inselmenschen? Selbst wenn sie den Künstler bemerken, kümmern sie sich nicht um sein Geschäft. Für sie ist auch er bloß ein weiterer Fremder vom Festland, d. h. nur eine flüchtige Erscheinung des Sommers, ein Gespenst, eine sommerliche Fata Morgana, die jeglicher Wirklichkeit entbehrt.  Eine solche Haltung ist berechtigt. Bald wird hier gruselig leer sein. Der Ort, in dem 15 000 Touristen wohnen können, schrumpft im Herbst auf 1800 Einwohnern zurück und gibt eine traurige, deprimierende Kulisse der Verlassenheit ab …


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Ein stilles Kunstrefugium …

Es gibt Orte, an denen die Kunst schon „vor Ort“ vorhanden zu sein scheint. Der Künstler soll sie wie eine reife, üppige Frucht nur noch abernten. Auf der Ökostation, wo unser Zeichenkurs am vergangenen Wochenende stattfand, haben wir viele solche „Früchte“ vorgefunden.  Es gab dort natürlich auch echte, essbare Früchte – Mirabellen, Pflaumen, Äpfel, Himbeeren, Tomaten, Gurken, Kürbisse, Zucchini … – aber nur die geistig nahrhafte Üppigkeit der Pflanzenwelt im Garten, die ruhigen Wogen der Hügellandschaft und die sommerliche Stille des sorgsam gepflegten Naturparks vermochten unseren künstlerischen Hunger zu stillen. Zwei Tage lang haben wir Pflanzen, Landschaft und sogar Wolken zeichnerisch beobachtet und die Ökostation in ein kleines Kunstrefugium verwandelt. So wunderte sich mancher Spaziergänger am Wartberg, auf einmal so viele Künstler arbeiten zu sehen. Zeichner haben sich überall auf dem Gartengelände verteilt und die Baum-, Blatt-, Gras- und Fruchtformen in die Flüsse der Linien übersetzt … Wir haben uns mit Aufbau der Groß- und Kleinformen beschäftigt und der Erforschung von Tiefe- und Raumdarstellung einer Landschaft gewidmet und natürlich, wie immer, viele schöne und lustige Gespräche über Kunst und die Welt geführt.
Am Sonntag gingen wir schweren Herzens auseinander. Aber wir haben mit der Leiterin der Ökostation, Karin Haupt – die mit uns gezeichnet hat – Möglichkeiten für weitere Kunstaktionen besprochen. Wir werden sicher wieder kommen!


P.S.  Nun ist das erste Semester in diesem Jahr für die Künstler unseres Ateliers zu Ende gegangen.  Wir dürften in den letzten Monaten viele neue Künstler*innen in unserer Werkstatt begrüßen – manche von ihnen haben sich schon für die Kurse im Herbstsemester angemeldet und/oder unseren Blog abonniert. …
Apropos Blog – seitdem wir ihn schreiben, ist unsere „Kunst-Community“ stark gewachsen, sie wird immer bunter und vielfältiger. Auf diese wunderbare Entwicklung dürfen wir stolz sein! … Kunstspiel, Austausch, Neugier – und eine wunderbare Atelier-Aatmosphäre, in der ein fröhlicher, Stille und Inspiration spendender Kunstgeist herrscht! All das begeistert tatsächlich jeden, der zu uns kommt!
Ich möchte hier auch allen von euch danken, die sich auch für kleine Dinge des Lebens in unserem Atelier gekümmert haben – mit mir Farben und andere Materialien kaufen gegangen sind, uns die Kuchen gebacken haben, dafür gesorgt haben, dass es nie an Knabberzeug, Tee und Kaffee fehlt, unsere Handtücher gewaschen haben und mal Seife oder Spülmittel mitgebracht haben, kleine Geräte und Gebrauchswaren sowie Bücher und Möbel gespendet haben …! Auch solche Sachen machen unsere Beschäftigung mit der Kunst so kurzweilig und schönWir sehen uns im Herbst wieder!

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Kunst im Garten

Des Künstlers Träume werden manchmal tatsächlich wahr!  Am kommenden Wochenende treffen sich die Zeichner aus unserem Atelier ausnahmsweise – aber hoffentlich nicht zum letzten Mal! – auf der Gratengelende von der Ökostation der VHS Stuttgart.
Unsere Themen: Zeichnerische Raum-, Pflanzen- und Gartenkunde. Wir werden Pflanzenformgebung, Struktur und Textur der Flächen sowie zeichnerische Raum- und Landschaftsdarstellungen studieren.  Alle Voraussetzungen für musische Tätigkeiten sind gegeben; schöne helle Räume, wenn es mal regnen sollte; Schatten, wenn es heiß sein sollte; Küche, wenn wir ein Picknick vorbereiten wollen … Die Ökostation befindet sich außerdem inmitten der Stadt und somit leicht erreichtbar!  S-Bahnstation liegt in 8 Minuten Entfernung, unser neues Garten-Atelier ist trotzdem von der Pflanzenpracht einer gepflegten Kulturlandschaft umgeben!  Sommer, Naturpracht und Kunst – edler geht es nicht …
Es gibt noch zwei freie Plätze im Kurs!  Anmeldung über VHS Stuttgart (Kursnummer lautet 181-36755 )

Unser Arbeitsplatz im Gemüsegarten der Ökostation …
In dickem Schatten sictzen und die Gartenwelt in die Fantastik der Linie übersetzen …
Hier können wir unsere Bildbesprechungen machen …
Ein weiterer Arbeitsplatz …
Falls es regnen sollte …

Hier mehr über die Ökostation.

Hier die Lage und Anschrift.

U-Bahn-Haltestelle „Löwentorbrücke“: U6, U7, U15 Der Brücke hoch folgen und links in den Wartbergpark biegen. Dem Weg ca. 7 min folgen (Fußweg gesamt: ca. 10 – 15 min).  S-Bahn-Haltestelle „Nordbahnhof“: S4, S5, S6/S60 Das Gleis entlang und über die drei Brücken links in den Wartbergpark. Dem Weg ca. 7 min folgen (Fußweg gesamt: ca. 13 – 17 min).  U-Bahn-Haltestelle „Nordbahnhof“: U12 Zum Gleis der S-Bahn hoch gehen und komplett durchlaufen. Über die drei Brücken links in den Wartbergpark einbiegen und dem Weg ca. 7 min folgen (Fußweg gesamt: ca. 15 – 20 min).

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Mit dem Pinsel gegen Hitze

Es war heiß, es war sehr – mehr noch: es war zu heiß! Wir werden nie erfahren, ob wir während des diesjährigen Sommerkurses mehr Farbe verbraucht oder mehr Schweiß vergossen haben.  Ebenso kann niemand mit Sicherheit sagen, ob wir mehr Zeit fürs Plaudern, Quatschmachen und Kaffeekochen oder fürs Malen verbraucht haben … Aber eins ist sicher: wir haben sehr viel Spaß miteinander gehabt!
Und damit nicht genug, es ist ein Wunder passiert!  Selten haben wir so vielfältige, fantasievolle, stilistisch bunte und so viele gut gelungene Werke erschaffen! Was könnte dafür verantwortlich sein? Vielleich hat die Hitze einfach unsere innere Hemmungen restlos weggeschmilzt … Haben wir in einer Trance gemalt? War es der enorme Mineralwasserverbrauch oder doch die Auswirkungen der Mondfinsternis?  Wie dem auch sei – ob geometrische oder informelle Abstraktion, Landschaftsmalerei, Stillleben, Porträt, Spiel mit dem Zufall oder lustige Comic-Bilder … wir haben prächtige Bilder gemacht! Überzeugt euch selbst!


 

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