Ausstellung „Könnte aber doch“ in WKV


Der Württembergische Kunstverein Stuttgart zeigt ab 23. August die Arbeiten seiner Mitglieder! Die Ausstellung ist auf jedem Fall zu empfehlen, denn sie bildet die ganze Vielfalt der Stuttgarter Kunstszene ab. Hier die Infos:
Nichts, was ist oder war, ist notwendig so, wie es ist oder war. Es könnte auch ganz anders (gewesen) sein. Auf diesen Überlegungen fußend findet die diesjährige Mitgliederausstellung Könnte aber doch mit rund 300 Teilnehmer*innen statt und zielt auf eine künstlerische Verhandlung des Konjunktivs „könnte aber doch“ ab. Es geht um das besondere Potenzial der Kunst, auf poetische, ironische, politische und / oder aktivistische Weise alternative Weltmodelle zu entwerfen, in denen die Vergangenheit als Möglichkeit neu erfunden werden kann. Dieser Möglichkeitssinn reißt eine ebenso schöpferische wie kritische Lücke in das Gegenwärtige, eine Lücke, die zugleich das Gewesene mit dem Kommenden verkoppelt, also mit einer Zukunft von der wir noch gar nichts wissen können. Das breite Spektrum an Arbeiten, die von Malerei, Fotografie über Installation und Video bis hin zu Performance reichen, spiegelt die Vielfalt der Teilnehmer*innen wider.


Könnte aber doch
Ausstellung der Künstler*innenmitglieder
24. August – 22. September 2019
Eröffnung: Freitag, 23. August 2019, 19 Uhr
Mehr Infos HIER
 

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Weiße Wände suchen Bilder

Es ist schon sicher mindestens 10 Jahre her, als Sabine zum letzen Mal in unserem Atelier gemalt hat. Aber sie liest fleißig unseren Blog und bewundert unsere Arbeit. So kam sie neulich auf eine tolle Idee: Man könnte doch Kunst gegen Ausstellungsmöglichkeit tauschen! Denn die schneeweißen Wände in ihrer Praxis sind wie geschaffen für Malerei! Ich machte sie mit Uli und Simone – deren Bilder sie gern aufhängen möchte – bekannt und heute war es so weit: Uli kam vollgepackt mit ihren wunderbaren Bildern vorbei. Simone kam direkt von der Arbeit dazu, „nur“ mit dem Katalog ihrer Werke – und der lustige Showdown konnte beginnen!
Ich zeige zunächst die Bilder von Uli, denn es wurde ausgemacht, dass zunächst ihre Bilder aufgehängt werden. Es ist wahrhaftig erstaunlich, wie viel und vielfältig Uli malt und wie hoch die Qualität ihrer Bilder ist!

Sabine, Uli und Simone mit ausgewählten Bildern – es war eine harte Arbeit, nur ein paar Werke zu nähmen …
Uli lädt ihre Schätze aus … sie würden locker reichen, auch eine große Galerie zu bespielen!


Hier eine Kostprobe vom Simones Werk … (Über ihre Ausstellung bei Sabine berichten wir noch!)

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Showdown „P tik L“

Die Galerie „Zero Arts“ lädt  zum Showdown der Ausstellung „P tik L“ von
Marie-Louise Meyer
Malerei, Zeichnung, Grafik


Acryl liegt über Lack, Ölfarbe schließt eine Kreidefläche. Die verschiedensten Medien kommen zusammen und entwickeln vermeintlich stringente Erzählungen. Manchmal jedoch wird nur die vage Assoziation möglich, ein „Das erinnert mich an…“. Nie entschlüsseln sie sich ganz, ein Rest Unklarheit bleibt immer. Sie entwickeln sich langsam und machen gleichzeitig Sprünge. Sie sind verschoben, verfälscht, mit einem bestimmten Gefühl verbunden.
Wer am Freitag, den 19.7. 2019 um 20.00 Uhr Zeit für und Lust auf Kunst hat, kann der kleinen aber feinen Galerie im Stuttgarter Osten ein Besuch abstatten!

Zero Arts e.V. – Ostendstrasse 16 – 70190 Stuttgart (Ost)
Mehr Infos über die Ausstellung hier.

 

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Blitzlicht auf die Staatsgalerie


Ein Bericht von Eva Kaiser


In den vergangenen Monaten hat die Staatsgalerie Stuttgart die Zahl ihrer Besucher verdoppelt – allerdings nicht, weil plötzlich alle Stuttgarter kunstbegeistert geworden sind. Der Publikumsmagnet ist ein unscheinbares kleines Bild auf Papier in einem häßlichen Rahmen aus Kunststoff. Während der Auktion bei Sotheby’s zur Hälfte geschreddert, kam es als Leihgabe „einer Baden-württembergischen Schokoladendynastie“ nach Stuttgart. Das „Girl with Ballon“ hat keinen festen Platz, sondern wandert alle 2 Monate in einen anderen Teil der Ausstellungen.

Banksy, der eigentlich für seine ironische und oft kritische Street Art“ bekannt ist, gab dem Bild nach dem Verkauf einen neuen Titel, es heißt nun „Love is in the bin“ (Liebe im Eimer). Und die Besucher strömen in die Staatsgalerie, um „den Banksy“ zu sehen.



Nach einem kurzen Blick auf dieses unscheinbare Werk widmete ich mich der großen Sonderausstellung „Die jungen Jahre der Alten Meister“ Baselitz, Richter, Polke, Kiefer.
Alte Meister? So beschreibt sie Kurator Götz Adriani.

Die oft recht ironischen Arbeiten von Sigmar Polke haben mir Spaß gemacht. Dürers Hase mit Gummiband über Nägel gezogen oder auf einem Untergrund skizziert, der Geschenkpapier oder Tapete sein könnte (1968), das gehört in die Jahre der Pop Art.



Neben vielen seiner Rasterbilder finden sich auch „Schneeglöckchen“ , „Urlaub“ und „Palmenbild“ …



Nachkriegsängste, Kalter Krieg und Vietnamkrieg haben wohl alle vier Künstler beschäftigt, von Gerhard Richter sind „Bomber“ zu sehen (1963), seine Stadtbilder (Paris, 1968) muten wie Luftaufnahmen anfliegender Bomber an. Der Schwarm der Vögel (1964) erscheint wie eine Wolke drohenden Unheils.





Anselm Kiefer studiert Heroische Symbole, provoziert 1969 mit dem Hitlergruß in Bildern italienischer und französischer Landschaften (1970).



Von Georg Baselitz sind riesige Darstellungen von Körpern zu sehen, in deren Haut sich Stacheldraht eingräbt (Mitte der 60er), bis 1969 mit vielen Portraits auch der Wald „auf dem Kopf steht“.


 


Am Ende meines Galeriebesuchs schaute ich mir zwei nicht nur in den Abmessungen große Werke an:


Picasso, „Badenden“ (1956)

 

Und Oskar Schlemmers Triadisches Ballett (ab 1912), unterstützt durch das Video einer getanzten Version.




Zum Abschluss das Gemälde einer der wenigen Frauen in diesem Haus,
„Gelber und grüner Wald“ von Natalja Gontscharowa, 1913.


Staatsgalerie Stuttgart – gerade jetzt lohnt sich ein Besuch!


 

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Tizian im Städel


Tizian in Frankfurt

Ein Bericht von Eva Kaiser


Unberührt vom Kunstmarkt mit seinen Berichten über spektakuläre Auktionsergebnisse gibt es die ganz großen unter den Malern, deren Meisterschaft allein durch ihren Namen verbürgt ist und deren Werke wohl weltweit bewundert werden. Zu ihnen gehört sicher Leonardo, an dessen 500. Todestag gerade in allen Medien erinnert wird, und vielleicht auch Tizian, dem das Städel in Frankfurt bis zur vorigen Woche eine Ausstellung gewidmet hatte.
Unter dem Titel „Tizian und die Renaissance in Venedig“ bot das Städel einen Einblick in seine Zeit, stellte seine Gemälde in den historischen und politischen Kontext und natürlich in das künstlerische Umfeld.
Auf seiner Webseite bietet das Städel für alle, die die Ausstellung nicht sehen konnten, ein „DIGITORIAL“ an, in dem die Ausstellung, die wichtigsten Gemälde und die Aspekte der Präsentation vorgestellt werden.

Ich war einfach nur neugierig auf Tizian, von dessen Malerei ich keine rechte Vorstellung hatte. Sehr bald erfuhr ich, was das spezifisch Venezianische in seinen Werken war: Eines der großformatigen Gemälde ist ein Portrait von Tizians Farbenhändler!



Anders als im übrigen Italien, wo die Maler ihre Pigmente in der Apotheke kaufen, gibt es in Venedig schon um 1500 den Berufsstand der Farbenhändler. Tizian und seinen Malerkollegen standen satte, leuchtende Farben zur Verfügung, mit denen sie experimentieren konnten.

Wie sehr Tizian „seinen“ Farbenhändler Avise della Scala schätzte, kann man vielleicht daran ablesen, dass sein Porträt des Dogen Francesco Venier die gleichen Abmessungen hat wie das von della Scala.



Fasziniert hat mich die Darstellung von Johannes dem Täufer.
(aus den 1540-ern)



Ein wenig glaubt man zu erkennen, wie die Farben aufgetragen, verwischt und abgestuft wurden. Die Landschaft kurz angedeutet – der Mensch steht hier ganz und gar im Mittelpunkt, stolz und selbstbewusst. Auch wenn das Sujet noch biblisch ist, das Lamm wegen seiner symbolischen Bedeutung im Bild ist und nicht als Teil einer naturalistischen Landschaft – hier, schien mir, beginnt die Malerei sich von ihrer Rolle in der christlichen Welt zu lösen. Natürlich ist dies der Gedanke eines Menschen im 21. Jahrhundert …

Tizian hat etliche biblische Szenen dargestellt, z.B. als Auftragsarbeit die „Madonna mit Kind, der heiligen Katharina sowie einem Hirten / Die Madonna mit dem Kaninchen“ (ca. 1530).



Das Kaninchen symbolisiert, so sagt der Text neben dem Gemälde, Marias unbefleckte Empfängnis und ihre „reine Liebe“ . Meisterhaft die Farben, das malerische Können – mich zog es jedoch zu einem weiteren „weltlichen“ Gemälde, dem „Portrait eines jungen Mannes“ (ca. 1510).



Noch einmal vertiefte ich mich in das wunderschöne von Tizian gemalte Portrait – es ist im Besitz des Städel und in der ständigen Ausstellung zu sehen.

Noch ein Blick auf ein anderes Portrait, das „Idealbild einer jungen Frau als Flora“, ca. 1520, ebenfalls im Besitz des Städel, der Maler allerdings nicht Tizian, sondern Bartolomeo Veneto.



Dann aber, ich gestehe es, eilte ich in die Räume der klassischen Moderne und freute mich, die vertrauten Bilder von Kirchner, Schmitt-Rottluff, Munch, Matisse … zu sehen, die alle auch zum Bestand des Städel gehören.


 

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Maifest der Kunst und zwei Konzerte


Heute möchte ich auf eine tolle Veranstaltung und zwei Konzerte hinweisen.

Wer den Württembergischen Kunstverein (WKV) – die erste Adresse für zeitgenössische Kunst in der Stadt – noch nicht kennt, kann am kommenden Donnerstag dort das MAIFEST besuchen und die Galerieräume des Vereins besichtigen! Es ist viel Kunst, Musik und Unterhaltung zu erwarten!




Programm:
Donnerstag, 23. Mai 2019, 18 – 23 Uhr
MAIFEST
eine Veranstaltung von
Die AnStifter
Kaktus-Initiative
Württembergischer Kunstverein
18 Uhr:
Führung durch die Ausstellung „Lorenza Böttner. Requiem für die Norm“ mit den DirektorInnen des Württembergischen Kunstvereins Iris Dressler und Hans D. Christ
19:30 Uhr:
Kai Boeddinghaus: Sitte, Anstand und die ehrbaren Kaufleute
20:30 Uhr:
Vor dem Gesetz ist alles gleich
Eine satirische Text-Musik-Plakat-Collage zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes mit Katharina Wibmer, Frank Eisele, Christian Bringschmidt und Studierenden der Kunstakademie, Peter Grohmann und N.N.
Adresse: Schlossplatz 2

Ich habe noch zwei Konzerte zu empfehlen, am kommenden Samstag und Sonntag –  unsere Katja spielt mit! Hier die Infos:



Ich wünsche viel Spaß!

NACHTRAG 22. Mai: Wer spontan am kommenden Samstag malen möchte – es gibt noch ein paar freie Plätze im Kurs „Farbe – Fläche – Experiment“ in VHS Sindelfingen! Wir malen von 10.30 bis 17.00 Uhr. Mehr Infos und Anmeldung HIER.

 

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