Und wo ist das Gipfelkreuz?

Die Berge faszinieren, die Berge ziehen uns magisch an … Sie tauchen auch fast regelmäßig auf den Leinwänden unserer Atelierbesucher auf. Es ist nicht leicht dieses Motiv zu bearbeiten, denn es geht hier buchstäblich um etwas Gigantisches – was auf einer vergleichsweise kleinen Leinwand dargestellt werden soll! Das Problem ist durchaus nicht trivial.  Wir stellen hier drei gelungene Versuche vor, die dieses Motiv aus drei gestalterischen Perspektiven betrachten.


Schnee, Nebel, Dunst und doch Formklarheit – Franz hat die Berglandschaft zunächst beinahe „nebenbei“ hingeschmiert, dann aber den Formen nach und nach Festigkeit gegeben, bis der Raum des Bildes seine imaginierte Landschaft „akzeptieren“ konnte … Vor allem entfaltet hier die Atmosphäre der Hochgebirge eine starke Wirkung.
Godela spielt in diesem Bild mit Feuer. Ist es Lava, ist es Glut … oder hat sich hier ihr heißer Wunsch, ihre geliebten Berge im Allgäu bald wieder zu sehen, des Pinsels bemächtigt?  Die Berge haben hier ihre imposante Kraft von der Expressivität der Farben und von der Dynamik des Farbauftrags.
Dieses Bild von Rodica – ca. 40 x 30 cm groß – ist kurz vor dem Ende des Kurses, in einem dynamischen Flow, entstanden! Der Raum dieser Berglandschaft hat keine Interesse Volumen anzudeuten, die Berge wollen hier flach sein. Es sind die Brechungen der Flächen und ein zartes Spiel des Lichtes, die hier die Regie führen.

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Der Krieger

Neulich hat mir Renate das Abbild ihres neuen Werkes, das sie zu Hause gemalt hat, geschickt. Dazu schrieb sie eine kurze Entstehungsgeschichte:
Das Bild habe ich in den Osterfesten begonnen. Es ist 80 x 100 groß. Zunächst habe ich verschiedene Farben ausprobiert, kam aber nicht weiter, fand es doof und dann habe ich ganz einfach Schellack geschüttet (naja, so ganz einfach war das nicht)! … In den Pfingstferien ging es weiter, Farbschicht über Farbschicht, zwischendrin immer wieder kleinere Schätzungen und Korrekturen.
Und dann plötzlich konnte ich eine Figur erkennen. Das ist nun „der Krieger“. Kein böser, sondern einer mit der Kraft, die in uns allen steckt und uns durchhalten lässt. Er hängt im Moment in der Ballettschule, und wenn ich ganz müde bin, dann schaue ich ihn an. Es sind noch einige Köpfe und Figuren im Bild versteckt, aber die werde ich, im Moment zumindest, nicht hervorheben.

„Der Krieger“ von Renate scheint Feuer spalten zu können … Darüber hinaus – das Bild ist ein wahres Prachtstück!
Hier die Momentaufnahmen im Entwicklungsprozess des Bildes. Jede Variante eine reizvolle, energetisch hoch aufgeladene Farbkomposition. Man spürt, wie sich die künstlerischen Urelemente eine Materialschlacht nach der anderen liefern – bis sich endlich aus dem Chaos des Farbkrieges eine Figur behauptet … Wunderbar!


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Freie Kursplätze

„Der Farburwald“ (Detail) von Beate
Euere Anmeldungen für die Workshops der  Malklasse  im Herbstsemester habe ich nun abgegeben.  Aber es gibt noch  freie Plätze.  Wer sich anmeldem möchte, kann dies ab heute über VHS Stuttgart (bei Frau Haas per E-Mail  ilona.haas@vhs-stuttgart.de  oder telefonisch 0711 118 737 97 ) und NICHT mehr über mich! – machen.
Hier der Überblick:
Entwicklung eigener Bildideen, 10.+11. 11. 2018 (Kurs Nr. 182-36730)
4 freie Plätze
Struktur gestalten mit Acryl, 24.+25. 11. 2018 (Kurs Nr. 182-36735)
3 freie Plätze
Farbe-Fläche-Experiment, 19.+20. 01. 2019 (Kurs Nr. 182-36740)
2 freie Plätze
Die Farbwelten der Acrylmalerei, 02.+03. 02 2019 (Kurs Nr. 182-36745)
1 freier Plätz

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Der Kopf ist eine Zwiebel

Die „alten“ Porträtmaler wussten es schon immer: die Kunst des Porträtierens erlernt man am besten, indem man ein Gesicht Schicht per Schicht aus einer dunklen Farbatmosphäre ans Licht bringt! Diese gestalterische Technik ist gewissermaßen kontraintuitiv, führt aber sicher und relativ schnell zum Erfolg! Zunächst wird das ganze Bildformat mit einer dunklen Farblasur gleichmäßig bemalt. Während die Farbe noch nass ist, wischt man die hellsten Stellen des Kopfes mit einem Lappen einfach ab. Der Vorgang wird 3-4 Mal wiederholt und bald erblickt uns aus der Dunkelheit des Bildraums ein Gesicht. Seit zwei Semester beschäftigen sich einige Malerinnen aus unserem Atelier mit dieser Maltechnik und die Ergebnisse lassen sich sehen!  Hier ein paar Beispiele.

Am Anfang jeder Beschäftigung mit dem Thema „Porträt“ steht die Zeichnung. Jutta hat das Porträt des jungen Mannes schon in einem „Kopf zeichnen und malen“ Kurs zeichnerisch erfasst. Ohne diese Vorarbeit weiß man nicht wie die Plastik des Kopfes „funktioniert“; Licht, Schatten, Formgebung – all das soll, noch bevor man den Pinsel in die Hand nimmt, zeichnerisch in Erfahrung gebracht werden!
Ihre Zeichnung hat sie dann vier Mal fotokopiert, um mehr Spielraum beim Gestalten zu haben. So lassen sich leicht mehrere Licht-Schatten Verhältnisse ausprobieren. (Auch die Angst vor „Fehlern“ wird  dabei kleiner …)
Schon der zweite Arbeitsgang liefert ein starkes Ergebnis! Soll man überhaupt noch weiter machen?
Eine weitere Variante … Die Stimmung ist anders; die Wirkung, der Ausdruck haben sich verändert – eine wertvolle Erfahrung für die Porträtistin!
Hier das Endergebnis bei Ingrid – ihre Enkeltochter schaut uns schon nach 4 Lasurschichten mit einer erstaunlichen, charaktervollen Lebendigkeit an!
Julia hat gleich mit vier Grundfarben angefangen. Hier ist die Wirkung bereits nach dem ersten Arbeitsgang sehr plastisch und klar.
Die Farbfrische, das Skizzenhafte der Linien geben dem Kopf jetzt, nach der zweiten Farbschicht unglaublich viel Ausdruckskraft. Auch hier fragt man sich: Soll ich weiter malen, ist das Bild nicht schon stark genung?
Wiltrud arbeitet an diesen zwei Porträtvarianten schon einige Wochen – die Farbschichten hat man inzwischen aufgehört zu zählen 🙂 Anfangen hat sie aber, wie die anderen auch, mit einfarbigen Farblasuren.
Hier ein weiteres Porträtbild von Wiltrud, in dem der erste Farbauftrag noch gut zu sehen ist …
Am Schluss noch eine Bemerkung: wer nun denkt, dass man sehr viel Erfahrung und Talent braucht, um diese Leistung zu vollbringen, irrt!  Wenn man es brav, Schritt per Schritt macht – so wie der Atelierhausmeister es vorschlägt – kann wenig schief gehen 😉

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Stillleben malen – Stille erleben

Ein Stillleben so malen zu sehen, wie es Eberhard macht, heißt Stille am Werk zu sehen! Es ist nicht so, dass Eberhard dabei nicht um die richtige Lösung und um den Ausdruck ringen würde, aber seine Geduld und Ausdauerkraft zeugen von einem unverfälschten inneren Bedürfnis, sein Kunstnaturell restlos zu behaupten!
Wer in unserem Atelier mal eine Arbeitspause machen möchte, hat es donnerstagabends besonders leicht. Denn dafür sind gleich zwei wesentliche Voraussetzungen gegeben – unser Sofa und die Bilder von Eberhard.  Wie oft habe ich selbst mit Vergnügen beobachtet, wie seine Bilder, für die er sich bei Bedarf ein ganzes Semester lang Zeit nimmt, entstehen? Seine Arbeitsweise wird von seinen Farben und Formen „gespeichert“.  Anders kann es auch nicht sein – beim Malen kann man sich bekanntlich nicht „verstecken“!
Das Stillleben-Bild, das wir hier zeigen, dürfte übrigens allen Atelierbesucher bekannt sein – man konnte es über ein Jahr in verschiedenen Arbeitsstadien sehen. Nun vermissen wir es, denn es ist fertig und nach Hause gebracht.

Die Vorlage für das Stillleben von Eberhart diente ein Ausschnitt aus dem Bild von Jacob van Hulsdonck (hier der Link zum Bild)
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Das heitere Leben der Malerei

Manche Bilder aus unserem Atelier sind winzige Momentaufnahmen der puren Spiellust! Vielleicht handelt es sich dabei um die stillen Botschafter unserer Sehnsucht, ein heiteres, einfaches Leben zu führen?  Hier ein paar Beispiele – Bilder, die ich neulich in den Abendkursen fotografiert habe.


Moris hat ein paar Dreiecke ausgeschnitten, um ein wunderbares Spiel anfangen zu können. Seine Spielzeuge – Form, Licht Schatten, Linie, Raum …
Ute hat vor ihrem Haus gerade eine Baustelle. Wie ein Kind, das das Treiben auf einer Baustelle betrachtet, malte Ute ihre wunderbare Farbskizzen.

 


Beate spielte hier einfach nach Lust und Laune mit der Fantastik der Formen … Die Luftblasen tragen unsere abgetragene Gedanken, die den Geist während des Arbeitsalltags bevölkern, mühelos fort; eine strenge Formkonstruktion wird allmählich von wundersamen Pinselpflanzen umwuchert, während von oben ein Wasserfall das Bild mit einer üppigen Frische versorgt.
Hier eine mit Zeichenkohle gezogene Linie, dort ein Pinselstrich weißer Farbe … Im Bild von Gabi will sich das Volumen auf keine Form ganz festlegen.

 

Farben, Rhythmen, Bewegung, Frohsinn – ein Heimspiel für Else
Ich habe gar nicht gesehn, wer dieses Resteverwertungsbild gemalt hat! Schnell noch die Restfarben verpinseln, noch eine kleine Zeitlücke mit dem bildnerischen Spiel füllen.

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