Die Ährenleserinnen – Jean François MilletAdolph Menzel – Das EisenwalzwerkGustave Caillebotte – Die ParketthoblerGustave Courbet – Die SteinklopferPieter Bruegel – Die Kornernte
Zur Kunst gehört auch, im Café unbemerkt zu zeichnen …
In letzter Zeit haben wir uns oft mit dem Thema „KOPF ZEICHNEN UND MALEN“ beschäftigt. Dabei ist auch der Wunsch geäußert worden, sich einmal grundlegend mit dem Thema „Zeichnen“ auseinanderzusetzen. Hier die Fragestellungen, die wir in einem Zusatzkurs behandeln können.
Bezüglich Grafik:
Was ist – bildnerisch gesehen – eigentlich eine Linie? In welcher Beziehung steht sie zur Kontur eines Objekts, in welcher zu seinen Flächen? Wie behandelt man Lichtverhältnisse? Welche weiteren Inhalte (Atmosphäre, Oberfläche, Bewegung, Statik …) kann sie »speichern« und auf welche Art und Weise stellt sie das Volumen und den Raum dar? …
Bezüglich Beobachtung und Handmotorik:
Welche Übersetzungsvorgänge sind beim Zeichnen am Werk? Wie kann man seine Linie »kultivieren« und nicht zuletzt – in welchem Zusammenhang steht der Vorgang »beobachten-sehen-zeichnen« mit der (Fein)Motorik des Schreibens? …
Wer macht mit? Mit ein paar Gegenständen basteln wir uns eine »Installation« zusammen und lernen beobachten und zeichnen! Dazu machen wir ein paar Übungen zur Verständigung o. g. Themen und schauen uns ein paar Beispiele an.
Hier noch ein paar Baumporträts von eurem Atelierhausmeister …
Atelierhausmeister empfiehlt den Erzählband »DieZimtläden« von polnischem Zeichner, Zeichenlehrer und Schriftsteller Bruno Schulz.
Abgebildet ist die Ausgabe aus dem Jahr 1966, die alle seine Erzählungen beinhaltet. 2008 ist eine viel gelobte Neuübersetzung erschienen. Lesenswert ist auch die Sammlung seiner Aufsätze und Briefe „Die Wirklichkeit ist Schatten des Wortes“.
Dieses Buch ist eine Reise in die stille Fantastik einer jüdisch-mythischen, vormodernen Welt inmitten der Moderne. »Die Zimtläden«, 1933 erschienen (1961 und 2008 auf Deutsch), gehört ganz dem Mythos, dem Traum und der Illusion an. Das literarische Herz dieser Prosa ist trotzdem avantgardistisch, weil radikal und emanzipatorisch. Schein und Wirklichkeit; Mensch und Marionette; Irrsinn und Einsicht; Komik und Vision, ineinander verwoben und ironisch gebrochen, sind Gegenpaare, aus denen Schulz’ wundersame Erzählungen entstehen. »Diese Wirklichkeit ist dünn wie Papier, und jeder Spalt verrät, dass sie bloß imitiert ist«, behauptet der Künstler und verrät somit sein Verhältnis zur Kunst – sie ist wirklicher als Wirklichkeit, denn das Leben in ihr kann allzu leicht zum »Ding« werden. Kapitalismus, Industrialisierung, Geschäft, Geldmarkt, Urbanisierung – vom Schulz nie direkt, geschweige denn politisch thematisiert – haben eine Welt erschaffen, die das Stoffliche, Tote und Dinghafte mit einem neuartigen, »modernen« und einem zutiefst unheimlichen Leben ausstattet; die Maschine setzt sich überall durch, wird zum Prinzip und zur Metapher des Lebendigen – und zum Maß aller Dinge.
Erzählt wurde aus der Perspektive eines Kindes. Die Handlung der meisten Erzählungen allerdings dominiert die Figur des Vaters. Er ist ein zorniger Prophet und komödiantischer Philosoph, ein feuriger Forscher und Erklärer des toten Lebens; der Stoffe, der Materie, der Gebrauchsgegenstände, der Gerüche und der Klänge. Alles in seiner Welt ist hybrid, vermischt, die Formen sind unstabil, sie flimmern in einer wundersamen Metamorphose schnell auf, erstarren dann in plötzlicher Banalität oder lösen sich wie kleine episodische Traumerscheinungen im Morgenlicht auf. Die Gegenstände, die unsere Welt langsam zu verstopfen trachten, täuschen ihre Funktion nur vor und warten insgeheim, dass sie sich uns endgültig verweigern. …
Und wir, können wir so etwas überhaupt noch nachvollziehen? Wir, die Heutigen sind doch längst daran gewöhnt, alles nach seiner Funktion und seinem Gebrauchswert zu betrachten. Wir leben – von morbiden Bequemlichkeiten einer maschinisierten Welt verwöhnt – in einer als entzaubert erklärten Wirklichkeit, deren abgeschworene Magie wir nicht mehr ohne Anstrengung wahrnehmen können. Wir brauchen Hilfe. Wir brauchen Kunst. Und hier ist sie! Die Literatur von Bruno Schulz kann uns helfen, eine grundlegende Welt-Fantastik, die auch unserem Alltag beiwohnt, zu entdecken!
Das zur Weltliteratur zählende Werk von Bruno Schulz umfasst kaum 300 Setein. Am 19. November 1942 wurde er in seiner Geburtsstadt Drohobycz auf offener Straße von einem SS-Mann erschossen.
Sowohl als Schriftsteller als auch als Zeichner war Schulz ein Schüler seines eigenen Talents. Er dürfte nur kurz und ohne Abschluss Architektur studieren, hinterließ aber eine Reihe bemerkenswerter expressionistischer Zeichnungen und Grafiken. Sie sind im Band „Bruno Schulz – Das Graphische Werk“, 1992 veröffentlicht.
Heute Eröffnet in der Vhs Photogalerei (Rotebühlzentrum, 3. + 4. Stockwerk) die sehr sehenswerte Fotoausstellung „India Women“ von Nicolaus Schmitd. Vielleicht sehen wir uns dort – der Atelierhausmeister und der heutige Abendkurs wird da sein …!
Allen Künstlerinnen unseres Ateliers – und allen Blogleserinen – herzliche Glückwünsche zum Frauentag!
(… Den FRAUENTAG könnten wir eigentlich auch als unser ATELIERTAG feiern – denn in unserem Raum bilden die Frauen eine klare – eine 90-prozentige! – Mehrheit !!)
HeutigerTag ist auch eine gute Gelegenheit auf einen großartigen, von Künstlerinnen gegründeten Verein hinzuweisen: GEDOK !
Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V. wurde 1926 in Hamburg gegründet. Die Stuttgarter Gruppe besteht seit 1937. Der Verein hat das Ziel, die Interessen der Künstlerinnen aller Kunstsparten wahrzunehmen, die Professionalisierung künstlerischer Arbeit von Frauen zu fördern und Künstlerinnen den Weg in die Öffentlichkeit zu erleichtern. Die GEDOK will Anfängerinnen und Anfängern Möglichkeiten bieten, sich mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern auszutauschen und hinter die Kulissen des Kunstbetriebes zu blicken. Durch die Zusammenarbeit mit jungen Kuratorinnen und Kuratoren, mit Künstlern und Künstlerinnen von internationaler Bedeutung wir eine Öffnung der Vereinsgrenzen geschaffen und die Vernetzung mit anderen Kunstinstitutionen gefördert. (Mehr Infoshier)
Im nächsten Workshop (»Farbenpower der Acrylmalerei«) am kommenden Wochenende machen wir in dieser Richtung weiter. Wir wollen die volle Ausdruckskraft der Acrylfarben; ihre kräftige Kontrastleistung, ihre zarten Flüstertöne erforschen. Wir wandern durch abstrakte Raumillusionen und lassen stimmungsvolle Wolkenlandschaften entstehen, wir spachteln energiebeladene Kraftfelder und komponieren nach Herzenslust poetische Farbmelodien und -Stimmungen. Ich freue mich auf euch!