Im Naturreservat der Farben

Das neue Bildprojekt von  Eberhard  ist wie ein Ausflug in ein wundersames „Naturreservat“, in dem die selten gewordenen, natürlichen, frei sprießenden und frei wuchernden Farbwesen frei leben dürfen. Man muss aufmerksam sein, um Eberhards Streifzüge durch die Farbwelten seiner Fantasie überhaupt bemerken zu können! Denn er steht ruhig und genügsam vor seiner Staffelei und vertieft sich still und konzentriert ganz in seine Arbeit. In unserem Abendkurs am Donnerstag ist er dafür natürlich bekannt – hier ein paar Momentaufnahmen seiner Malerei für die Blogleser.

Die Formen entwickeln sich aus dem „Gestrüpp“ der zügig gezogenen Pinselstriche. Auch die Farben harmonisieren im und durch den Malprozess – aufgrund vielfältiger Überlagerungen. Die Detailaufnahmen (s. u.) verraten wie spontan und intuitiv die Formen und Farben entstehen …


 

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Vorsicht – Kunstsucht!

Heute möchte ich euch einen Hinweis auf eine Ausstellung geben, die eine ungewöhnliche, lustige, etwas „schräge“ Kust an einem „schrägen“ Ort zeigt.

Kunstprojekt  „Kunstsucht. Kunst sucht“
Fernab von glänzenden Kusttempeln der Stadt, in der Stuttgarter Kneipe Rosis Pinte werden gemeinhin allerhand verschiedene Süchte befriedigt, hier wird getrunken, geraucht und gezockt. Im März greift das Kunstkollektiv endorphine Formen der Sucht ganz anders auf: Seit Monaten gehen die neun Kreativen aus Heilbronn, Heidelberg, Freiburg, Reutlingen und Stuttgart ihrer eigenen Kunstsucht nach und haben in der Eckkneipe am Hölderlinplatz etwa die Spielautomaten künstlerisch überformt oder Spuren der Sucht, wie Zigarettenkippen, zu Artefakten verarbeitet: Ein surreales Spektakel um die Sucht nach Kunst und die Suche nach Kunst am Ort der Süchte.

Vernissage am 2. März ab 19 Uhr
Finissage am 7. April ab 15 Uhr
Rosis Pinte, Schwabstraße 193, 70193 Stuttgart
täglich ab 12 Uhr geöffnet.  Eintritt frei.


 

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Wieder zusammen …

Die ersten Abende im neuen Semester – die Freude des Wiedersehens! Es gab in der ersten Arbeitswoche aber auch etwas Besonderes. Die VHS Stuttgart feiert ihr 100-jähriges Jubiläum! Es gab viele Veranstaltungen im Haus und eine festliche Stimmung. Unser Atelier war für drei Tage ein offenes Atelier, sodass man bei uns schnuppern konnte. Hier einige Werke (und die Stimmung), die unsere Besucher sehen konnten. Manches hat man während der Winterpause zu Hause gemacht, manches wurde frisch angefangen …


P.S. Alle Blogleser, die zur Zeit keine Newsletter bekommen, können folgendes dagegen tun:
* Die E-Mail Adresse  atelier@mislissippi.com  in die Kontakte des Email-Programms aufnehmen,
* den Blog noch einmal abonnieren und
* SPAM-filter überprüfen

 

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Wo der Frühling sein Zuhause hat

Im Auftakt des neuen Semesters möchte ich alle Maler*innen mit einer Bilderschau unseres Workshops „Die Farbwelten der Acrylmalerei“ herzlich willkommen heißen!  Unser Atelier wird ab kommendem Dienstag wieder geöffnet sein, sodass wir die Farbpracht des Frühlings gut vorbereitet begegnen können!  Ich freue mich auf euch!

Möge das Bild „Flutwelle“ von unserer Jutta in uns die Frühlingsgefühle wecken. (Das Motiv „Wasser“ hat sie schon mehrere Male gemalt.  Hier ist der Künstlerin die Meeresdarstellung – Stimmung und Atmosphäre – mit nur ein paar Pinselstrichen in seltener Leichtigkeit wundebar gelungen!)

 

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Ein Kunstkabinett-Krimi

Winterzeit ist Lesezeit! Wer einen guten Lesestoff sucht, in dem auch Kunst behandelt wird, dürfte hier fundig werden: Heute möchte ich euch einen ganz besonderen Roman vorstellen, der erstaunlicherweise immer noch ein Geheimtipp geblieben ist:
Ein Kunstkabinett
vom französischen Schriftsteller Georges Perec

Euer Lesestoff für die langen Winterabende …

Ein Kunstkabinett“ ist ein Roman – oder vielmehr eine romaneske Erzählung – über Täuschung und Fälschung, über Illusion und Wirklichkeit, über Ehrgeiz und Gier, kurzum: über das Theater um den Fetisch namens »Kunst«.[read more]Erzählt wird eine lustige und groteske Geschichte über eine Ausstellung, eine Auktion, eine Kunstschändung und über ein Testament eines skurrilen Kunstsammlers. Die Hauptrolle spielt das titelgebende Gemälde vom Künstler Heinrich Kürz.  Das Werk zeigt ein Kunstkabinett, das – als Bild im Bild – solange wiederholt wird, bis das Motiv am Schluss kaum noch sichtbar vorkommt. Die Wiederholungen unterliegen jedoch kleinen rätselhaften Veränderungen: „auf einem Longhi ist plötzlich, von einer Verkleinerung zur nächsten, die zuvor leere Piazza von Masken bevölkert; aus einer marokkanischen Landschaft verschwinden nacheinander Esel, verschleierte Frau, dann Dromedar; der angeschlagene Boxer erhält im nächsten Bild einen Uppercut, im letzten liegt er k.o. am Boden.“ Das kleine Buch liest sich wie ein surrealistischer Detektivroman, in dem sich das Falsche mit dem Wahren vermischt – Buchtitel sind in Wahrheit Gemälde, Schriftsteller werden zu Maler, historische Persönlichkeiten mischen sich in die fiktiven Ereignisse … und sogar das Original ist bloß eine geniale Fälschung.[/read]

Von diesem in vieler Hinsicht einzigartigen Autor wird hier noch die Rede sein – er hat weitere bedeutende, amüsante und wundersame Bücher geschrieben, die zahlreiche Vertreter der sog. Konzeptkunst beeinflusst haben. Hier ein paar Eckdaten.
Georges Perec, 1936 geboren, wurde – nachdem sein Vater im 2. Weltkrieg gefallen war und seine Mutter nach Auschwitz deportiert wurde – von seinem Onkel und seiner Tante adoptiert. Trotz dieser traumatischen Erlebnisse stellt seine künstlerische Arbeit eine einzigartige und bunte Spielwiese für vielfältige, lustige, humor- und witzvolle Sprachexperimente dar. Nichts scheint ihn dabei abschrecken zu können. So schrieb er einen Roman, in dem nur Wörter ohne Buchstabe „e“ vorkommen, um nur ein Beispiel zu nennen. Das Bemerkenswerte daran: Alle seine Werke funktionieren trotz seiner z. T. wilden Sprachartistik einwandfrei! Der Künstler prallt nicht mit seiner überlegenen Artistik, das unbändige Spiel mit literarischen Formen und sprachlichen Möglichkeiten ist nicht zur Schau gestellt! Das war diesem Künstler zu banal, zu „prosaisch“ gewesen … Umso mehr freut sich der Leser, wenn er auf einmal merkt, dass der Textaufbau einem hochkomplexen Muster folgt, das dem Werk eine völlig neue Dimension verleiht. Es hängt also ganz vom Leser ab, auf welcher der vielen Leseebenen er die Werke „wahrnehmen“ möchte. Aber keine Angst – die Bücher dieses Autors sind auch auf der Ebene der „Mainstreamliteratur“ sehr unterhaltsam, stets originell und auf eine subversiv subtile Weise gesellschafts- und kulturkritisch. Georges Perec starb 1982 in Ivry-sur-Seine.

In Frankreich ist Perec eine Literaturikone, man hat ihn auf einer Briefmarke verewigt …


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Winterakademie 2019 – Teil 2


Hier die weiteren Werke unserer Winterakademie …


Ahmed – ein sehr guter Zeichner! – hat sich eine nicht ganz leichte Aufgabe gestellt: Die „natürliche“ Hell-Dunkel-Wirkung einer Landschaft mit einem reinen Farbkontrast zu gestalten. Wir benutzten dabei die Erfahrungen des Fauvismus und es Impressionismus. Das Ergebnis lässt sich sehen – die starke Kontrastwirkung der Farben vermittelt eine stimmungsvolle Atmosphäre einer Landschaft im Abendlicht …


In weiten Teilen des Bildes wurde weder Weiß noch Schwarz benutzt … Der Übergang von Licht zum Schatten ist zudem beinahe ganz ohne Braun gelungen.
Ahmeds Gesicht sagt alles – die Arbeit hat sich gelohnt!


Es war ein regelrechter Kampf, das komlexe Motiv (ein Ausschnitt eines Gemäldes), das Kristina gewählt hat, in so kurzer Zeit nachzuerzählen. Aber mit viel Geduld und Konzentration haben wir es geschafft!


Skizze und Studie in Einem – Die expressive Farbpräsenz der Formen …

Volker hat an einer kleinen Bildserie gearbeitet. Sein Ausgangpunkt war ein eindrucksvolles Bild mit schwarzem Hintergrund, das er schon zu Hauser gemalt hat. Die weiteren Arbeiten variieren lustvoll – so wie unser Volker es stets tut! – das bildnerische Konzept des Bildes.


Eine Figur, die in fast absolutenr Dunkelheit vorbeischreitet … Was hat sie vor?

Sanja hat sich mit ihrem alten Thema beschäftigt – die Frau im Raum und Licht! Die Bilder sind bühnen- und filmreif! … Der Betrachter wird neugierig: Welche Handlungsanweisung hat die Darstellerin?

Eine Szene aus einem Theaterstück? Was geht hier vor?


Marika hat uns schöne Akkordeon-Lieder (bildnerisch) vorgesungen.


Träumerisch versunken im Farbraum einer melancholischen Musik …


Inge hat ihre Farben und Formen mit einem zarten Schleier aus grauem Licht bedeckt. Eine besondere Farbstimmung, die zu Träumen einlädt …


Alles in diesem Bild, scheint im Blaugrau zu versinken …


Margarete experimentierte mit Struktur … (Die anderen Bilder habe ich leider nicht fotografiert, da sie früher gegangen ist …)

Pastose Präsenz der Farbe und des Materials; Ornamentformen und Zufall des Spachtelns …

Es war eine tolle Zeit – wir sehen uns wieder!

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